Chüngeli-Züchter zu Unrecht als Tierquäler angeprangert

Neuenegg

Seit Wochen sind in der Berner Gemeinde Neuenegg Plakate von Kurt F. aufgestellt, in denen er der Tierquälerei bezeichnet wird. TeleBärn deckte am Montag auf, dass es sich beim Streitfall um einen Irrtum handelt.

Der Beitrag auf TeleBärn.

Name, Adresse und Fotos des Hauses von Kurt F. schmücken seit Wochen das Dorf Neuenegg. Angeführt von Erwin Kessler, Präsident des Vereins gegen Tierfabriken, wurde F. öffentlich an den Pranger gestellt und der Tierquälerei bezichtigt.

Seit 40 Jahren ist F. Kaninchen-Besitzer und nimmt die Anschuldigungen mit grosser Enttäuschung auf. Ausschlaggebend für die Debatte war sein Kaninchenstall, der für eine Mast-Kaninchen-Haltung angefertigt wurde. Dabei sind die Kaninchen nicht in einem Gartengehege frei beweglich, sondern verbringen ihre Zeit gemeinsam in einem «Boxen»-Stall, wie TeleBärn berichtet.

Ehr- und Persönlichkeitsverletzung

Kessler gehe es nicht darum, F. zu schikanieren. Der Tierschutz sei jedoch ein wichtiges öffentliches Interesse, zumal es ein nationales Tierschutzgesetz gäbe. Sabine Andrey vom Berner Tierschutz hält gegenüber TeleBärn ganz klar fest: Kurt F. habe nichts falsch gemacht, zumal die Mast-Kaninchen-Haltung gesetzlich immer noch erlaubt sei.

Die öffentliche Namensnennung mit Wohnortangabe sowie die Bezeichnung als Tierquäler stelle eine Ehr- und Persönlichkeitsverletzung dar, weshalb F. gegen den Verein gegen Tierfabriken rechtlich vorgehen könnte, so Rechtsanwältin Denise Wettstein. F. will jedoch auf Massnahmen verzichten.

yab/TeleBärn

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