Bern

Christin Bölsterli hat Blumen zum Fressen gern

BernSeit neun Jahren erfreut ein Garten direkt unterhalb des Bundeshauses die Spaziergänger. Die Blumen sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine Gaumenfreude.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Direkt unterhalb des Bundeshauses liegt es, das kleine Paradies mitten in der Stadt Bern: Es ist das Reich von Christin Bölsterli. Ihr Blütenreich, präzis gesagt. Allerdings handelt es sich nicht einfach um einen wunderschönen Blumengarten. «Alles, was ich hier anpflanze, kann man auch essen», sagt Bölsterli, zupft ein Blatt aus einer orangen Blüte und steckt es in den Mund. «Das ist eine Taglilie. Die fülle ich oft mit Glace aus der Gelateria di Berna.»

Über vierzig verschiedene Wildblumen und essbare Blüten wachsen in Bölsterlis Garten. Sie können via Internet bestellt und vor Ort abgeholt werden. Früher hat sie die Blumen auch noch selber ausgeliefert. Aber es sei ihr lieber, wenn die Leute vorbeikämen. «So wissen sie auch, woher die Blumen stammen.» Und die Kunden erhalten noch ein paar Tipps von der Expertin. Zum Beispiel, welche Blüten sich dazu eignen, frittiert, in Bierteig eingebacken oder in Schokolade getunkt zu werden.

Es war eine Idee aus Frankreich

Das Unternehmen Blüten Bern hat Christin Bölsterli vor neun Jahren gemeinsam mit Dorothea Leimeroth gegründet. Sie war es auch, welche die Idee mit einem Spitzenkoch in Frankreich ausprobierte und mitbrachte. Das Wissen haben sich die beiden befreundeten Hobbygärtnerinnen selber angeeignet. «Ich habe sehr viel gelesen und ausprobiert, und wenn ich nicht mehr weiterwusste, habe ich meine Mutter angerufen», erzählt die 51-Jährige.

Weiter brachte sie aus ihrem früheren Beruf als Schäferin ein grosses Wissen über Wildpflanzen mit. Weil Bölsterli als Schäferin 20 Jahre lang stets unterwegs war, konnte sie sich eigentlich nie vorstellen, einen Garten zu haben beziehungsweise sesshaft zu werden. «Aber ich habe herausgefunden, dass diese Kombination aus spezifischem Wissen über etwas, der harten Arbeit und dem Kreativen genau zu mir passt.» Dass sie ihre ganze Liebe in den Garten steckt, ist nicht zu übersehen. So spricht sie von ihren Freundinnen, wenn sie von den Blumen erzählt, und verzichtet in der Blütezeit von Mai bis September auf Ferien.

Eine Weile hat Christin Bölsterli ihr Blütenunternehmen sogar hauptberuflich betrieben und auch Restaurants in der Stadt Bern beliefert. Aber mittlerweile hat sie wieder einen Job als Deutschlehrerin angenommen, «weil das ganze Ausliefern extrem viel Zeit in Anspruch genommen hat».

Die meisten Bestellungen für Hochzeiten

Zu ihren Hauptkunden zählen mittlerweile Caterer und Private. «Die meisten Bestellungen sind für Hochzeiten», erzählt sie und zupft ein Blatt von einer pinkfarbenen Malvenblüte. «Sehen Sie, es hat die Form eines Herzens, das eignet sich hervorragend.»

Wie steht es eigentlich mit der Verträglichkeit von Blüten? «Das ist kein Problem. Ich habe noch nie eine negative Rückmeldung von einem Allergiker erhalten.» Natürlich gebe es auch giftige Pflanzen. «Aber für die Verdauung sind Blüten wie Salat.» Und essbare Blumen seien «gsund wie ne Moore».

www.blueten-bern.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.06.2015, 06:03 Uhr

Artikel zum Thema

Das Gute wächst so nah

In der Natur wachsen ganze Mahlzeiten. Pflückerin Irène Gachoud weiss, was man essen kann. Wir haben sie auf einer Wanderung begleitet. Mehr...

Pure Natur auf dem Tisch

Wildpflanzen sind gesund und bringen Abwechslung in die Küche. Wer sich auf Streifzüge in die frühlingshafte Natur begibt, wird bald fündig. Mit vielem, was draussen ins Kraut schiesst, lassen sich überaus schmackhafte Gerichte zubereiten. Mehr...

Bern, die Stadt der wilden Pflanzen

Bern Anfang März schwärmen in Bern ehrenamtliche Pflanzenkennerinnen und -kenner aus. Die Stadt will nämlich wissen, welche Wildpflanzen auf ihrem Gebiet vorkommen. Die Informationen sollen dazu dienen, die Biodiversität in Bern zu erhalten. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Welttheater Hallo, schöne Frau …

Geldblog So nutzen Anleger den Wettbewerb

Die Welt in Bildern

Pfingstausflug: Der Velofahrer ist noch am Steissen, da sind die Motorräder schon längst parkiert. Rund 200 Biker sind zum Waadtländer Pass Col des Mosses hochgefahren. (21. Mai 2018
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...