Centralweg: Der Streit geht weiter

Bern

Die Stadt muss für das Projekt Baumzimmer nachträglich die Bauklasse anpassen. Die Gegner der 13 Wohnungen in der Lorraine fordern einen Neustart.

Das Projekt der «Baumzimmer» in der Lorraine stösst schon seit längerem auf Kritik. Es geht um die Frage, welche Art von Wohnungsbau gefördert werden soll.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Das Projekt der «Baumzimmer» in der Lorraine stösst schon seit längerem auf Kritik. Es geht um die Frage, welche Art von Wohnungsbau gefördert werden soll.

(Bild: zvg)

Gerade mal 13 Wohnungen sollen am Centralweg in der Lorraine neu gebaut werden. Aber obschon das Projekt Baumzimmer kein grosses ist, streiten sich Planer, Stadt und Gegner seit Jahren darüber, welcher Wohnbau für das Quartier der richtige ist. Gestern teilte die Stadt mit, dass für den Neubau die Bauklasse – also der vorgeschriebene Abstand zu Nachbargebäuden – geändert werden soll.

Die Parzelle befindet sich heute teilweise in der Bauklasse 4, welche grössere Grenzabstände vorsieht als das Projekt Baumzimmer. Damit das Siegerprojekt des Wettbewerbs aus dem Jahr 2009 realisiert werden kann, muss das Areal in der Bauklasse 3 liegen. Das ist bisher nur im nördlichen Teil der Fall.

Doch warum publiziert die Stadt diese Änderung erst jetzt und nicht vor Einreichung des Baugesuchs? Durch ein Missverständnis in den drei beteiligten Abteilungen sei die Planänderung nicht rechtzeitig eingeleitet worden, erklärt Gemeinderatssprecher Walter Langenegger. «Voraussetzung für die Baubewilligung ist, dass die Bauklassenänderung vollzogen ist und die Bauklasse 3 gilt.»

Neustart verlangt

Die Gegner des Projekts wollen sich weiter wehren. Sie verlangten am Mittwoch einen Neustart für das «verfahrene» Projekt. Der Stadtrat müsse die Notbremse ziehen, schreibt der Verein Läbigi Lorraine. Die Änderung der Bauklasse ist aus seiner Sicht zudem nicht geringfügig. Sie widerspreche vielmehr dem planerischen Ziel einer inneren Verdichtung.

Das sieht man bei der Stadt anders: Mit der Bauklasse 3 werde der Neubau an die vorwiegend dreistöckigen Gebäude im Innenbereich des Lorrainequartiers angepasst, sagt Langenegger. «Zum anderen erreicht man mit den geringeren Grenzabständen zu den Nachbargebäuden gleichwohl eine gewisse Dichte.» Der Verein Läbigi Lorraine hofft nun auf den Regierungsstatthalter und dass dieser die Baubewilligung nicht erteilt.

Berner Zeitung

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