Business-Apartments nur noch in Gewerbezonen?

Stadt Bern

Ein Vorstoss will verhindern, dass in der ehemaligen Alkoholverwaltung Business-Apartments eingerichtet werden. Es handle sich nicht um Wohnraum im Sinne des Mietrechts, so das Argument.

Ein Vorstoss soll verhindern, dass in der ehemaligen Alkoholverwaltung in der Länggasse Business-Apartments eingerichtet werden.<p class='credit'>(Bild: Susanne Keller)</p>

Ein Vorstoss soll verhindern, dass in der ehemaligen Alkoholverwaltung in der Länggasse Business-Apartments eingerichtet werden.

(Bild: Susanne Keller)

Für Politikerinnen und Politiker von links bis weit in die Mitte steht fest: Mag es auch eine Nachfrage nach schick eingerichteten Wohnungen auf befristete Zeit geben, so sollen solche sicher nicht von der öffentlichen Hand bereitgestellt werden. Vielmehr soll diese mässigend auf den Immobilienmarkt einwirken und möglichst bezahlbaren Wohnraum ­erhalten oder neu realisieren. Hauptkritik an Business-Apartments: Sie heizen die Mietpreise an, und ihre Bewohner nehmen weder am Quartierleben teil noch bezahlen sie hier Steuern.

Entsprechend laut war der Aufschrei, als Immobilien Stadt Bern in der Altstadt die Einrichtung von Business-Apartments erwog oder als kürzlich der Kanton ankündigte, eine Liegenschaft am Münsterplatz dem Meistbietenden verkaufen zu wollen. Jüngstes Beispiel ist der Verkauf der ehemaligen eidgenössischen Alkoholverwaltung an der Länggassstrasse. Wie der «Bund» bekannt machte, ging das Haus an eine Firma der Glandon Apartments AG im Kanton Luzern, die in Bern schon heute Business-Apartments anbietet. Als Richtpreis für die «Alkoholi» wurden 35 Millionen Franken angegeben, was vom städtischen Finanzdirektor als «spekulativ» gegeisselt wurde.

Doch nun tritt Stadtrat Luzius Theiler (GPB-DA) an, der Firma Glandon das Geschäft zu vermasseln. Wie er gestern mitteilte, will Theiler an der nächsten Stadtratssitzung einen dringlichen Vorstoss einreichen, dank dem der Handel «noch verhindert» werden könne.

Der Vorstoss verlangt vom Gemeinderat einen Grundsatzentscheid, dass es sich bei Kurzzeit-Apartments «nicht um Wohnraum im Sinne des Mietrechts und der Bauordnung handelt». Folglich seien sie nur in der Gewerbezone zonenkonform und genehmigungsfähig – nicht aber in der Wohn- oder Dienstleistungszone und somit auch nicht in der «Alkoholi».

hae

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