Bundesgericht stützt Monopol des Flughafens

Belp

Alex Gribi hat lange ­dafür gekämpft, mit seiner Firma am Flughafen Bern-Belp auch Dritte abfertigen zu dürfen. Nun hat er den Kampf verloren. Der Flughafen behält das Monopol.

Alex Gribi, Gründer der Alpine Sky Jets AG, ist mit seiner Beschwerde vor Bundesgericht abgeblitzt. Und reagiert darauf gelassen.

Alex Gribi, Gründer der Alpine Sky Jets AG, ist mit seiner Beschwerde vor Bundesgericht abgeblitzt. Und reagiert darauf gelassen.

(Bild: Christian Pfander)

Johannes Reichen

Alex Gribi hat am Bundesgericht eine Niederlage erlitten. Er ist mit einer Beschwerde gegen den Flughafen Bern-Belp und das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) abgeblitzt. Seine Al­pi­­ne Sky Jets AG darf auch weiterhin keine Drittabfertigungen vornehmen, so steht es im Urteil vom 16. April, das am Montag publiziert wurde. Gribi ist natürlich nicht erfreut; er habe auf einen anderen Ausgang gehofft, sagt er. Und doch: Das Urteil habe er noch nicht einmal durchgelesen. «Wir haben gerade genügend andere Dinge zu tun.»

Monopol bleibt bei Flughafen

Gribi, der einst die Fluggesellschaft Skywork gründete, führt zusam­men mit seinen Söhnen die Alpine Sky Jets AG. Die Firma ist auf dem Terminal Nord des Flughafens beheimatet. Sie bietet Charterflüge an, verwaltet und vermittelt Flugzeuge, organisiert Flugreisen. Eigene Flugzeuge darf die Firma selber abfertigen, nicht aber solche von Dritten.

Seit dem Jahr 2013 kämpfte Gribi dafür, auch Drittabfertigungen anbieten zu können. Der Flughafen Bern-Belp, der als ­konzessionierte Betreibergesellschaft über das Abfertigungsmonopol verfügt, lehnte eine entsprechende Anfrage jedoch ab. Die Alpine Sky Jets gelangte 2014 an das Bazl und 2016 an das Bundesverwaltungsgericht – jeweils erfolglos.

Nun bestätigt das Bundesgericht diese Entscheide. Zwar sei eine Liberalisierung im Bereich der Bodenabfertigung vorgesehen. Dies gelte aber nur für Flughäfen mit mindestens 2 Millionen Flugpassagieren pro Jahr oder 50 000 Tonnen Fracht. Der Flughafen Bern-Belp erreicht diese Vorgaben nicht. Auch sieht das Bundesgericht keinen Verstoss gegen das Kartellgesetz.

Hangar kann gebaut werden

Die Frage der Drittabfertigung war für die Alpine Sky Jets einst von «existenzieller Bedeutung». Das hat sich mittlerweile geändert. «Wir haben nicht auf den Entscheid warten können und andere Schubladen geöffnet», sagt Gribi. Und das sei gelungen: Die Firma manage immer grössere Flugzeuge, der Platz im Terminal werde immer knapper.

Fast gleichzeitig mit dem Gerichtsurteil aus Lausanne erreich­te Gribi denn auch eine gute Nachricht: Am 13. April entschied das Bazl, dass seine Firma einen Flugzeughangar bauen darf. Das neue Gebäude misst 43 mal 26 Meter, ist 11 Meter hoch und soll Platz bieten für zwei Businessjets, mit denen Gribis Firma operiert, sowie für einige Kleinflugzeuge. Drei bestehende kleinere Hangars werden abgebrochen. Die Baukosten betragen knapp 2,5 Millionen Franken.

Berner Zeitung

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