«Bonsoir» wird 5 Jahre alt

Bern

Der Club Bonsoir in Bern feiert am Samstag sein 5. Jubiläum. Arci Friede spricht im Video-Interview über den typischen Gast, warum Kommerz nicht immer zählt und worauf sie in Zukunft setzen wollen.

Arci Friede, einer der Bonsoir-Betreiber, zieht im Interview ein Fazit und lässt in die Zukunft des Berner Klubs blicken. Video: Claudia Salzmann
Claudia Salzmann@C_L_A

Vor fünf Jahren eröffnete der Club Bonsoir in der Berner Aarbergergasse. Seither fanden im Kellerlokal rund 700 Anlässe mit 550 Künstlern statt. An den Swiss Night Life Awards gewannen sie zwei Preise: 2011 den Preis als «Best Innovation» für ihr papierloses Kommunikationskonzept und 2012 den «Best Specialized Club». Hier wurde vor allem das Programm und die Barkultur ausgezeichnet.

Arci Friede der stellvertretend für das 6-köpfige «Bonsi»-Team antwortet, unterstreicht ihr Barkonzept: «Im Club arbeiten rund 30 Teilzeitmitarbeitende. Der einzige Festangestellte ist Adi Franz, der ein elementarer Bestandteil unseres Konzepts ist.» Sie seien nicht einfach eine Bar, die einige Longdrinks und Bier vom Zapfhahnen serviert. Man wolle die Barkultur hervorheben und setze auf eine grosse Cocktailkarte, professionelles Mixen und Qualität.

Kommerz zählt nicht immer

Friede wagt einen Versuch, einen typischen Gast zu skizzieren: «Er will Qualität, freundliche Türsteher, leckere Drinks, die mit Passion und ohne Fusel gemacht sind, eine gute Soundanlage. Der Gast will das Gefühl haben, dass er ein Teil von etwas nicht ganz Alltäglichem ist.»

350 Personen haben Platz im Untergeschoss, doch in manchen Partynächten kann es vorkommen, dass bis zu 600 das «Bonsi» im Durchlauf besuchen. Friede weist aber auch auf andere Abende hin, an denen «nur» 200 Gäste da seien: «Die Leute kommen explizit wegen dem Künstler und bleiben die ganze Nacht und helfen die Stimmung des Abends mitzugestalten.» Für ihn seien das die schöneren Abende, auch wenn diese kommerziell weniger einträglich seien.

Dominanter Elektro

Beim «Bonsi»-Team gebe es im Hinblick auf die Zukunft zwei Themen: «Das Konzept Club gibt es seit den späten 70er Jahren. Wir haben immer wieder das Gefühl, dass wir einen neuen Schritt in eine neue Richtung brauchen. Wir haben zwar keine Ahnung, wohin das gehen soll, aber wir müssen hinterfragen, was ein Club auch noch sein könnte.»

Das zweite Thema, das bei ihnen für Diskussionsstoff sorgt, sei die Dominanz der elektronischen Musik. «Das Publikum will derzeit vor allem Deep House», erklärt er weiter. Das sei für sie als Veranstalter und für progressive Publikumskreise doch etwas langweilig geworden.

Künftig wollen sie wieder vermehrt auf Black Music setzen, weil dort viel Spannendes passiere. Insbesondere im Hiphop seien die Künstler experimentierfreudiger geworden. «Wir sehen da Potenzial und wollen wieder mehr Anlässe mit solcher Musik bieten. Dennoch bleibt der Elektro unsere Nummer 1», erklärt Friede.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt