Blaues Licht schreckt Wildtiere ab

Reflektierende Pfosten halten Tiere davon ab, vor ein Auto zu rennen. Solche Pfosten werden auch im Naturpark Gantrisch getestet.

Das Licht des Scheinwerfers prallt an den Pfosten und wird blitzend blau in den Wald zurückgeworfen. Ist dort ein Reh, bleibt es stehen oder verlangsamt zumindest sein Tempo, bevor es die Strasse überquert. «Dann ist die Gefahr schon vorbei», erklärt Wildhüter Ruedi Zbinden die Wirkung der speziellen Sicherheitspfosten, die in Deutschland schon vielfach erprobt sind.

Wie der Naturpark Gantrisch mitteilt, sind solche Pfosten neu auch auf dem Längenberg und im Thanwald aufgestellt. «Man geht davon aus, dass die Tiere auf blau reflektierendes Licht reagieren», sagt Zbinden weiter. Wichtig sei nur, die reflektierenden Pfosten an den richtigen Orten anzubringen. Diese Orte sind den Wildhütern bekannt, denn Tiere queren meist am gleichen Ort. An stark befahrenen Strassen werden Si­gnale montiert, welche vor Wildwechsel warnen. Hier müssten Autofahrer eigentlich den Fuss vom Gas nehmen.

Teststrecken in Naturpark

Das Aufstellen von reflektierenden Pfosten hat der Jäger Walter Blatter initiiert. «Ich habe 300 Stück gekauft und zusammen mit Helfern aufgestellt», sagt er. Die Kosten von rund 6000 Franken hat Blatter auch gleich übernommen. «Ich konnte nicht mehr zusehen, wie jährlich viele Rehe und Füchse an diesen Strecken überfahren werden.»

1500 tote Wildtiere pro Jahr

Bis 1500 Wildtiere sterben jährlich auf den Strassen im Kanton Bern, davon rund 20 auf dem Längenberg und im Thanwald. Dort zeigen die Pfosten erste Erfolge: Im letzten Halbjahr wurde nur ein einziges Reh überfahren. Das freut Walter Blatter. Aber damit das Resultat aussagekräftig ist, sollen die Pfosten noch bis drei Jahre getestet werden. «Ich hoffe, dass später solche Reflektoren routinemässig installiert werden.»

Weitere Pfostenteststrecken gibt es unter anderem im Simmental, im Stockental und zwischen Wilderswil und Zweilütschinen.

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