Bern

Bilanz ziehen nach dem Prinzip Aschenputtel

BernEin Standpunkt von BZ-Redaktor Christoph Hämmann zur positiven Halbzeitbilanz des Regierungsbündnis von Rot-Grün-Mitte.

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Zwei Erfolge der laufenden Legislatur vergassen die RGM-Exponenten am Freitag hervorzuheben: Jeden Morgen ging die Sonne auf, und die Aare fliesst weiterhin abwärts.

Der Scherz soll verdeutlichen, nach welchem Prinzip RGM Halbzeitbilanz zieht: Das Gute ins RGM-Töpfchen, das Schlechte den anderen ins Kröpfchen. Wenn sich Bern zum Medizinalstandort mausert, ist dies RGM zu verdanken, wenn der Verlust einer Fachhochschule droht, ist der Kanton schuld.

Natürlich ist es legitim, hin und wieder auf die eigenen Erfolge hinzuweisen. Bern bietet hohe Lebensqualität, und die Stadtbehörden tun viel dafür, dass daran auch weniger gut Gestellte teilhaben können. Den grössten Einfluss auf das Stadtklima hat in der Tat seit 22 Jahren das breitabgestützte RGM-Bündnis, und auf manches darf es stolz sein.

Es macht aber wenig Sinn, sich an Zielen zu messen, die oft so schwammig formuliert sind, dass sie in jedem Programm stehen könnten. Und es wäre glaubwürdiger, auch verpasste Ziele zu erwähnen, statt sie beim Blick in die Zukunft kurzerhand als neu auszugeben. Stattdessen freut man sich alle paar Jahre über einen Standort für eine Schwimmhalle, während die Bevölkerung nur endlich die Halle sehen möchte. Sinnvoll wäre zudem, das Erreichte zu vergleichen. Gebaut wird überall – macht Bern dabei etwas besser als die andern?

Einer der wichtigsten RGM-Erfolgsfaktoren dürfte sein, dass die Bürgerlichen in dieser Stadt kaum einen Fuss vor den anderen kriegen. Das sollte RGM nicht davon abhalten, ambitioniert und selbstkritisch zu politisieren.

christoph.haemmann@bernerzeitung.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.11.2014, 09:51 Uhr

BZ-Redaktor Christoph Hämmann (Bild: Andreas Blatter)

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