Biberdämme im Marzili werden geduldet

Bern

Die Stadt Bern hat ein Herz für Biber: Die Nagerfamilie am Dalmaziquai bekommt von der Stadt einen Toleranzbereich zugewiesen. Am Mittwoch wurden die Anwohner über den Umgang mit den Tieren informiert.

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Am Dalmazibach besteht seit einigen Monaten ein Biberbau. Momentan handelt es sich gemäss Experten der Biberfachstelle Schweiz nur um die Zweitwohnung einer Biberfamilie zu Übernachtungszwecken, der Hauptbau befindet sich im Marzilibad. Diese Biber sind am Dalmazibach sehr aktiv, wie die zahlreichen frischen Frassspuren zeigen. In Zukunft muss in diesem Gebiet mit dem Bau mehrerer kleinerer Dämme gerechnet werden, schreibt die Stadt Bern in einer Mitteilung vom Mittwoch. Der Biber hebt so den Wasserspiegel, um besser schwimmen zu können und bei Gefahr abzutauchen.

Stadt gibt Tipps zum Umgang

Der Biber ist eine geschützte Tierart und Teil der einheimischen Biodiversität. Seine Anwesenheit wird daher durch die Stadt grundsätzlich toleriert und – wo möglich – unterstützt. Zur Vermeidung von Schäden, die durch Baumfrass oder den Dammbau und die dadurch verursachte Erhöhung des Wasserspiegels entstehen können, hat die Stadtverwaltung folgende Massnahmen getroffen: Zwischen dem Fussweg zum Gebäude am Dalmaziquai 103 und der Jubiläumsstrasse wird ein sogenannter Toleranzraum geschaffen, in welchem Dämme toleriert werden. Bauen die Biber ausserhalb des Toleranzraums, werden entsprechende Massnahmen dagegen ergriffen.

Die Schaffung eines Toleranzbereichs fördere die weitere Verbreitung des Bibers nicht, sondern stelle eine Massnahme zum sinnvollen Umgang mit der geschützten Tierart dar, schreibt die Stadt. So werden auch Weidenstecklinge gesetzt, um das Nahrungsangebot zu vergrössern. Gleichzeitig werden erhaltenswerte öffentliche Bäume mit Drahtgeflecht geschützt.

Da das Nahrungsangebot im Marzili-/Dalmazirevier tendenziell zu klein für eine Biberfamilie ist, werden die Biber in Zukunft möglicherweise auch Bäume auf privatem Grund beeinträchtigen. Darum hat die Stadt die Anwohnenden im Rahmen einer Begehung über die Gesamtsituation und Baumschutzmassnahmen informiert.

Ein entsprechendes Informationsblatt finden Interessierte unter www.bern.ch/stadtgruen.

Wichtiger Partner für natürliche Vielfalt

Nachdem sie in der Schweiz ausgerottet worden waren und erst um 1950 wieder angesiedelt wurden, haben sich Biber in den letzten Jahrzehnten wieder weit verbreitet. Ausgehend vom Seeland besiedeln die Tiere Aare aufwärts nach und nach alle möglichen Standorte. So sind auch in der Stadt Bern in den letzten Jahren immer wieder Biber festgestellt worden. Aktuell sind auf Gemeindegebiet sieben Reviere besiedelt: Altenberg, Marzili, Elfenau, Hasli, Thormannmätteli, Eymatt und Riedbach. Die Biber erhöhen durch ihre Aktivitäten die Strukturvielfalt der Gewässer. Davon profitiere eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.

tan/pd

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