Berner Troubadour Markus Traber gestorben

Der Berner Troubadour Markus Traber lebt nicht mehr. Er ist am Pfingstsonntag zuhause in Worb verstorben, wie seine Familie am Samstag mitteilte. Traber starb im 64. Lebensjahr.

Quelle: Telebärn

Der 1946 geborene Traber absolvierte laut der Internetseite seiner Familie zuerst eine kaufmännische Ausbildung. Später wechselte er ins Verlagswesen und den Buchhandel, bis er 1985 sein «Büro für fast alles» gründete - für Texte, Redaktionen, Übersetzungen, Fotografie, Beratungen und «Unmögliches».

Traber war auch als Aufseher im Kunstmuseum Bern, als Hauswart und journalistisch tätig und schuf viele Jahre lang Kleinplastiken, Objektbilder und Bildobjekte.

Mitglied der Berner Troubadours, der laut der genannten Internetseite ersten Dialektchanson-Gruppe der Schweiz, war Traber seit der Spielzeit 1965/66. Deren Ursprünge gehen auf erste berndeutsche Chansons von Mani Matter und Bernhard Stirnemann aus den 1950-er Jahren zurück.

Mehr als vierzig Jahre lang stand also Traber auf der Bühne - mit den Berner Troubadours, zuletzt auch mit der «Fraktion Bunter Abend» zusammen mit Dänu Brüggemann und Markus Maria Enggist. Noch im Januar 2009 starteten die Berner Troubadours ihr Programm «s'het, so lang's het».

Vor wenigen Jahren packte Traber nochmals etwas Neues an - als Initiant und erster Leiter des Kleintheaters Braui Worb. Im Februar 2008 gab er diesen Posten aus gesundheitlichen Gründen auf.

Markus Traber war verheiratet mit der Schriftstellerin Barbara Traber und hinterlässt Tochter Nina, eine Tänzerin.

Zweiter Tod eines Troubadors innert Monatsfrist

Mit Trabers Tod sind innert eines Monats zwei Mitglieder der Berner Troubadours verstorben: Ende April nahm die Berner Kulturszene Abschied von Musiker und Autor Fritz Widmer.

Damit leben von der ursprünglich sechsköpfigen Liedermachergruppe nun noch Bernhard Stirnemann, Jacob Stickelberger und Ruedi Krebs. Mani Matter, der bekannteste, starb 1972 nach einem Autounfall.

Lebenskünstler mit Nähe zur französischen Kultur

Der Leiter des Berner Kleintheaters «La Cappella», Christoph Hoigné, charakterisierte Traber als Lebenskünstler, der immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen gewesen sei. Traber habe lange in Frankreich gelebt und eine grosse Nähe zur französischen Kultur gehabt.

Die Lieder französischer Chansonniers wie Brassens - seinem grossen Vorbild -, Brel und Moustaki habe Traber wahrscheinlich alle gekannt. Bei den Berner Troubadours habe er, das jüngste Mitglied, viele organisatorische Arbeiten übernommen.

Traber sei noch vor Kurzem aufgetreten, habe aber schon länger Lungenprobleme gehabt. Gestorben sei er an einem plötzlichen Herztod.

asu/sda/BZ

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt