Bern

Parkplätze auf der «Schütz» sollen aufgehoben werden

BernNach 60 Tagen autofreier Zwischennutzung der Schützenmatte ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz.

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Am Samstag geht das Projekt Neustadtlab auf der Berner Schützenmatte zu Ende. 60 Tage lang war der Parkplatz im Stadtzentrum von Autos frei geräumt. Stattdessen war die Bevölkerung eingeladen, sich den Ort mit kreativen Projekten anzueignen. Für die Versuchsanlage hatte das Stadtparlament einen Kredit von 90'000 Franken bewilligt. «Das Geld war gut investiert», sagte Alexander Tschäppät (SP) am Freitag auf der «Schütz», wo er und Neustadtlab-Projektleiter Juerg Luedi Bilanz zogen.

«Mit einfachen Mitteln wurde gezeigt, dass sich auf diesem schwierigen Platz etwas machen lässt», so der Stadtpräsident. Zudem sei nun klar, dass es auch ohne Schützenmatte genügend Parkplätze gebe. Schliesslich sei beim Park+Ride Neufeld ohnehin der Bau eines zusätzlichen Stockwerks geplant. Tschäppät möchte die Parkplätze definitiv aufheben. Dafür müsse ein Baugesuch publiziert werden, gegen das Einsprachen möglich wären. Vonseiten SVP dürften solche eingehen.

Die künftigen Generationen

Allzu hochtrabenden Plänen für die künftige Nutzung der «Schütz» erteilte Tschäppät eine Absage. Im ersten Schritt gehe es darum, den Platz frei zu bekommen. Die multifunktionale Nutzung der letzten zwei Monate sei der richtige Weg. Anfang 2016 solle deshalb das Nutzungs- und Entwicklungskonzept des Begleitgremiums dem Gemeinderat vorgelegt werden. Persönlich könne er sich Boulespieler ebenso vorstellen wie Spielgeräte für Kinder, so Tschäppät, «etwas Grün», und im Winter könne jemand eine Natureisbahn bauen.

Die Akzente des Projektleiters

Auch Projektleiter Luedi blickte zufrieden zurück. Die «Schütz» sei ein Freiraum gewesen, «auf dem man niederschwellig hinkommen und ein Projekt realisieren konnte». Mit 130 Veranstaltungen, Kursen, Performances und anderen Projekten sei der Ort belebt worden. Beim Blick in die Zukunft setzte Luedi andere Akzente als der Stadtpräsident. Auch er sprach zwar von einem multifunktionalen Raum, allerdings von einem «multifunktionalen Kunst- und Kulturraum». Ihm schwebt ein öffentlicher Freiraum vor, für den eine «Grundbewilligung» vorliegt. «Kunstschaffende und -kollektive, die im öffentlichen Raum etwas realisieren wollen, müssen normalerweise ein langes und teures Bewilligungsprozedere durchlaufen.» Auf der «Schütz» wäre es in seiner Vision anders: ein Ort, an dem es grundsätzlich erlaubt ist, Kunst und Kultur zu veranstalten.

Das heisse, so Luedi, dass der Ort auch künftig kuratiert sein müsste, dass es jemanden brauche, der die Nutzungen koordinierte. «Ich hoffe, dass es nächstes Jahr zu einer Neuauflage von Neustadtlab kommt.» Mehr noch als dieses Jahr stellt er sich darunter Kunst im öffentlichen Raum vor. «Es gibt schon viele Anfragen von Leuten, die sich daran beteiligen möchten.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.09.2015, 09:26 Uhr

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