Bern und Köniz eröffnen gemeinsame Sporthalle

Am 6. Dezember wird die Sporthalle Weissenstein eröffnet. Die Kosten für das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Bern und der Gemeinde Köniz fielen etwas höher aus als geplant.

Am Tag der Eröffnung vom 6. Dezember organisieren die beiden Gemeinden einen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung.

Am Tag der Eröffnung vom 6. Dezember organisieren die beiden Gemeinden einen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung.

(Bild: Suanne Keller)

Die Stadt Bern und die Gemeinde Köniz eröffnen am 6.Dezember ein spezielles Gemeinschaftsprojekt: Die Sporthalle Weissenstein, eine Doppel-Dreifachturnhalle just an der Grenze der beiden Gemeinden. Das Gemeinschaftswerk wurde allerdings etwas teurer als geplant.

Der Kostenvoranschlag von 27,07 Millionen Franken wurde um zirka drei Prozent überzogen. Das gab der Verwaltungsratspräsident der Hallen-Besitzerin SpoHaWe AG, Guido Albisetti, am Mittwoch bei der Präsentation des Gebäudes vor den Medien bekannt. Der Grund dafür ist unter anderem der schwierige Baugrund - eine ehemalige Kiesgrube.

Die Finanzierung der Halle ist laut Albistetti aber dennoch gesichert: Die SpoHaWe, eine Aktiengesellschaft im Besitz der beiden Gemeinden, profitiert von den tiefen Hypothekar- und Darlehenszinsen. Zudem war die Auslastung der Halle seit Eröffnung im August höher als angenommen und die Betriebskosten sind tiefer.

Lindert Sporthallenmangel

Die Halle wurde gebaut, weil Bern und Köniz zu wenig Sporthallen haben. Die beiden Gemeinden nutzen das Gebäude nun zu gleichen Teilen für ihren Schul- und Vereinssport. Bern stellt allerdings die Halle primär am Tag verschiedenen Schulen zur Verfügung. Am Wochenende wird die Halle primär von Könizer Vereinen genutzt.

Dazu gehören auch die beiden Spitzenklubs Volley Köniz und Floorball Köniz. Sie haben die enge Halle im Könizer Oberstufenzentrum verlassen können und spielen nun in der unteren Halle, die Platz bietet für 2000 Zuschauer. Die zweite Halle ohne Zuschauerränge befindet sich - rechtwinklig versetzt - über der Wettkampfhalle.

Die Mehrfachnutzung des Gebäudes hat schon zu Rückmeldungen geführt, wonach es viel zu viele Linien auf den Hallenböden gebe. Bei einer Halle für Schul- und Wettkampfsport müssten eben alle Kompromisse eingehen, sagte dazu Albisetti vor den Medien.

Ein Mobilitätskonzept soll verhindern, dass Grossveranstaltungen zu viel Lärm im benachbarten Wohnquartier verursachen. Dazu gehört etwa, dass das Abstellen des Autos auf den 144 Parkplätzen vor der Halle zwei Franken pro Stunde kostet.

Bei allen Gemeinsamkeiten zwischen Bern und Köniz gibt es auch einen Unterschied: Über die Tarife für die Hallenvermietung an die Vereine entscheiden die beiden Gemeinden eigenständig. Sie halten sämtliche Aktien der SpoHaWe AG bis auf zwei. Diese gehören Albisetti, der so bei allfälligen Pattsituationen zwischen Bern und Köniz einen Stichentscheid fällen kann.

Kosten schon einmal korrigiert

Das Projekt hat eine längere, auch mit Problemen behaftete Geschichte: So wurde bereits 2010 bekanntgegeben, dass das Projekt mehr kostet als angenommen. Die Gebäudeversicherung Bern erhob zusätzliche Ansprüche und der Beitrag aus dem kantonalen Sportfonds war zu optimistisch berechnet worden.

Und bei einem Test der Entrauchungsanlagen kam es Ende Juli dieses Jahres zu einer Implosion. Dabei wurden die Glasfront der unteren Halle und die Fassade beschädigt.

Berns Gemeinderätin Franziska Teuscher und der Könizer Gemeinderat Thomas Brönnimann zogen vor den Medien aber eine positive Bilanz: Sie sei überzeugt, dass diese Zusammenarbeit Vorbildcharakter haben werde, sagte Teuscher. Gemeinden könnten es sich künftig immer weniger leisten, Infrastruktur alleine bereitzustellen.

«Hätte jede Gemeinde einzeln eine Sportanlage gebaut, wären höhere Kosten entstanden und grössere Landreserven geopfert worden», sagte Brönnimann.Am Tag der Eröffnung vom 6. Dezember organisieren die beiden Gemeinden einen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung.

sih/sda

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