Bern lanciert Ratgeber für Haushaltshilfen

Stadt Bern

Die Stadt Bern engagiert sich für faire Anstellungsbedingungen in Privathaushalten. Um den komplexen Paragrafendschungel etwas zu lichten, geben die Stadtbehörden eine Infobroschüre heraus.

Mindestens 30‘000 Privatpersonen leisten Unterstützung in Schweizer Haushalten – dies oftmals ohne legalen Aufenthaltsstatus und zu prekären Arbeitsbedingungen.

Mindestens 30‘000 Privatpersonen leisten Unterstützung in Schweizer Haushalten – dies oftmals ohne legalen Aufenthaltsstatus und zu prekären Arbeitsbedingungen.

(Bild: Keystone)

Ausgerechnet der SVP-Nationalrat und Asyl-Hardliner Hans Fehr war es, der in seinem Privathaushalt eine Asylbewerberin schwarz beschäftigte. Die Frau, die sich in einem laufenden Asylverfahren befindet, hätte eigentlich nicht arbeiten dürfen, und falls doch, dann hätte Fehr für die geleistete Arbeit Sozialversicherungsbeiträge leisten müssen. Genau dies tat er aber nicht.

Dieser Fall wurde letzten Dezember publik und führte zu einer kurzzeitigen Empörungswelle in der Öffentlichkeit. Wachgerüttelt durch solche Fälle, macht sich nun die Stadt Bern daran, jene Missstände vorzubeugen - und zwar mit Hilfe einer Infobroschüre für Betroffene.

Steigender Bedarf

Die Stadt Bern blickt vor allem sorgenvoll in die Zukunft: Denn in Schweizer Haushalten arbeiten mindestens 30‘000 Privatpersonen in der Betreuung von pflegebedürftigen Personen und leisten Unterstützung im Haushalt – dies oftmals ohne legalen Aufenthaltsstatus und zu prekären Arbeitsbedingungen. Aufgrund der demografischen Entwicklung dürfte die Nachfrage nach privaten Haushaltshilfen und Pflegepersonal indes künftig noch ansteigen, schreibt die Stadtberner Direktion für Bildung, Soziales und Sport in einer Mitteilung.

«Da die Anstellung von Privatpersonen komplex ist und die Bedingungen von Kanton zu Kanton unterschiedlich sind, hat die Stadt Bern einen neuen Ratgeber herausgegeben,» heisst es in der Mitteilung. Die Broschüre zeigt etwa auf, welcher Aufenthaltsstatus nötig ist, um als Haushaltshilfe arbeiten zu können, und welches die nötigen Schritte für eine korrekte Anstellung sind.

Weiter sind die wichtigsten Adressen von Auskunfts- und Beratungsstellen sowie Links zu den nötigen Formularen aufgelistet. Zusätzlich gibt der Ratgeber Auskunft zur rechtlichen Situation bei der Personalvermittlung über eine entsprechende Agentur.

Informationsplattform zum Thema

Gleichzeitig beteiligt sich die Stadt Bern an der Internetplattform «CareInfo», die betroffenen Migranten und privaten Arbeitgebern als Informationsplattform dient. Nebst Informationen, die für die ganze Schweiz gelten, werden Angaben, Adressen und Formulare spezifisch für den Kanton und die Stadt Bern darauf aufgeführt.

Der Ratgeber kann unter der Telefonnummer 031 321 63 11 bestellt oder hierheruntergeladen werden.

mib

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