Baustellen stören die Idylle

Worblaufen

Am Aare-Ufer in Worblaufen sind intensive Bauarbeiten im Gang. Für einen Hochwasser-Entlastungsstollen entsteht dort das Auslaufbauwerk. Und am Hang ist die Wohnsiedlung «Aare Wohntraum» im Rohbau fertig.

Baugrube am Ufer der Aare: In Worblaufen entsteht der Ausgang des Hochwasserstollens. Dahinter die neue Überbauung «Aare Wohntraum».

Baugrube am Ufer der Aare: In Worblaufen entsteht der Ausgang des Hochwasserstollens. Dahinter die neue Überbauung «Aare Wohntraum».

(Bild: Urs Baumann)

Mehrere Meter weit in der Aare stehen die eisernen Spundwände. Dahinter fällt der Blick auf eine zehn, zwölf Meter tiefe Baugrube. Arbeiter legen gerade Armierungseisen für den künftigen Betonboden, und ein kleiner Bagger verschiebt Erdmassen. Die Baustelle unter dem Wasserspiegel des Flusses gehört zum Hochwasserschutzprojekt Worble. Seit Anfang Jahr laufen die Arbeiten.

Laut dem Ittiger Gemeinderat Robert Schindler (SVP), Vorsteher des Departements Tiefbau, sollen sie bis Mitte 2016 abgeschlossen sein. Bis dann bleibt deshalb der Uferweg gesperrt.

Stollen kostet 8,4 Millionen

Kernstück ist ein Stollen, der bei Hochwasser das bestehende Bachbett der Worble entlastet. Denn in den letzten Jahren und Jahrzehnten wurden Liegenschaften am Rande der Worble immer wieder überschwemmt. Schon seit 15 Jahren läuft die Planung des Grossprojekts. Seither geriet es mehrmals ins Stocken. Es musste ausgehandelt werden, wer wie viel Subventionen bezahlt.

Einsprachen verzögerten zudem den Bau und erforderten, dass die Pläne angepasst wurden. All dies ist Vergangenheit. Das 8,4-Millionen-Projekt – zu je einem Drittel von der Gemeinde Ittigen, dem Kanton Bern und dem Bund bezahlt – ist nun im Bau.

Auslaufbauwerk nennt sich der Teil, der am Worblaufener Ufer entsteht. Dort werden sich künftig die überschüssigen Wassermassen aus dem Stollen in die Aare ergiessen. Weiter oben, bei der Kaserne, ist der Stolleneinlauf im Bau. Dort fliesst das Hochwasser künftig direkt in den Tunnel.

Der 230 Meter lange Entlastungsstollen wird konventionell gebohrt. In diesen Wochen beginnen die Tunnelbauer mit der Arbeit. Geplant ist auch die Renaturierung des Worble-Bachbetts. Und an der Aare soll der Uferbereich neu gestaltet werden.

Baugrube in Gefahr

Brenzlig war die Lage vor zwei Wochen bei der Baugrube. Der Pegelstand der Aare war so hoch, dass das Wasser nicht weit unter dem Rand der Spundwand stand. «Wir hatten Glück, das war haarscharf», sagt Robert Schindler. Nur wenig fehlte, und die ganze Baugrube wäre mit Wasser gefüllt worden.

43 neue Wohnungen

Vom Hochwasserschutzprojekt betroffen ist die Überbauung «Aare Wohntraum». 43 Mietwohnungen in zwei langen Gebäuden erstellt die Baugesellschaft Ringstrasse AG, Bern, direkt beim Auslaufbauwerk. Die Zufahrt zur Hochwasserschutz-Baustelle führt übers Gelände der künftigen Siedlung.

«So, wie der Verkehr jetzt organisiert ist, funktioniert es», sagt Bruno Moser von der zuständigen Immobilienfirma Buchschacher AG. Er hofft, dass die Arbeiten am Ufer bis im Herbst abgeschlossen sind, damit die ersten Mieter nicht von Baulärm betroffen sind. «Wir rechnen damit, dass wir diese Frist einhalten können», sagt Robert Schindler.

Berner Zeitung

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