«Baumzimmer» geraten noch mehr unter Druck

Das Baugesuch für das umstrittene städtische Bauprojekt «Baumzimmer» ist sistiert worden. Nun gerät auch Stadtpräsident Alexander Tschäppät in die Kritik.

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Vor sechs Jahren hat die Betriebskommission des Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik entschieden, am Centralweg einen Wohnblock zu bauen. Seither hat das Projekt einen unvergleichlichen Leidensweg hinter sich:

Aus den «Baumzimmern», die dem siegreichen Projekt den Namen gaben, sind inzwischen normale Balkone geworden, statt günstiger Wohnungen sind neuerdings relativ teure geplant – und Ende April musste die Stadt nachträglich eine Änderung des Bauklassenplans auflegen, um die Chancen zu wahren, dass das Projekt irgendwann doch noch bewilligt werden kann.

Letzte Woche entschied das Regierungsstatthalteramt, das Baubewilligungsverfahren zu sistieren, solange die Änderung der Bauklasse nicht vom Tisch ist. Die Sistierungsverfügung liegt dieser Zeitung vor.

Laut Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP), Präsident der Betriebskommission des Fonds, «stellt die Sistierung keine neue Ausgangslage dar». Ein rechtskräftiger Bauklassenwechsel sei Voraussetzung dafür, dass das hängige Baugesuch behandelt werden könne, so Schmidt.

«Schwer nachvollziehbar»

Die zahlreichen Kritiker des Projekts sehen dies anders. Sie wehren sich mit Einsprachen gegen das Bauprojekt, und auch mit der «Geringfügigkeit» der Änderung der Bauklasse sind sie nicht einverstanden. Die Änderung widerspreche dem planerischen Ziel einer inneren Verdichtung, monieren sie. Laut einem Brief an das Regierungsstatthalteramt erwägen sie eine Aufsichtsbeschwerde, falls das «objektiv nicht bewilligungsfähige Baugesuch» bewilligt werden sollte.

Ein Nachbarschaftskomitee, dem die Vereine «Läbigi Lorraine» und «Hier baut das Quartier» angehören, machte gestern einen Brief an Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) öffentlich. Es sei «schwer nachvollziehbar», weshalb der rot-grüne Gemeinderat in die Bauklassenänderung eingewilligt habe, statt das Projekt einen Bauabschlag kassieren zu lassen. «So wäre der Weg frei geworden für eine sinnvolle Planung.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.06.2015, 07:14 Uhr

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