Belp

Bahn frei für Karts im Belpmoos

BelpIn der früheren Tennishalle in Belp wird eine Anlage für Elektrokarts eingerichtet. Die 400 Meter lange Bahn wird Mitte November eröffnet.

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Das grosse Tor zur Halle ist offen und gibt den Blick frei auf die Baustelle. Daneben prangt eine auffällige Tafel: «Kart-Palais Belpmoos». Immer wieder werfen darum Passanten einen Blick in die Halle. «Wann gehts hier los?», fragt ein Mann.

Mediensprecher Charly Riesen muss derzeit viele solche Fragen beantworten. Am 14. November soll die Belper Kartbahn eröffnet werden. «Das Interesse ist riesig», sagt er. Schliesslich gebe es in der Region Bern seit dem Ende der Kartbahn am Berner Zentweg vor ein paar Jahren keine solche Anlage mehr.

Mit dem Kart-Palais in der einstigen Tennishalle wird sich das ändern. Nach Kappelen und Roggwil ist es die dritte Bahn im Kanton – aber die erste mit Elektrokarts.

Unternehmer finanziert die Kartbahn

Die Belper Tennishalle wurde vor vier Jahren vom Bauunternehmer Peter Kehl gebaut. Dessen Söhne Carlo und Eduardo führten darin eine Tennisschule. Doch der Betrieb war stets von viel Unruhe begleitet. Vor einem Jahr wurde das Ende der Tennisära besiegelt – Kehls Renova 2000 AG reichte das Baugesuch für eine Kartbahn ein (siehe Box).

Ganz ohne Geheimnisse kommt aber auch der Kart-Palais nicht aus. Zuerst war es Walter Hug, der Fragen der «Berner Zeitung» beantwortete. Er werde das Vizepräsidium im Verwaltungsrat übernehmen, sagte Hug. Zu seinenMitstreitern äusserte er sich nicht. Später wollte er von einem vereinbarten Treffen beim Kart-Palais nichts mehr wissen, verwies an Charly Riesen. Seit einer Woche ist Hug nicht mehr zu erreichen. Es ist jetzt der Mediensprecher, der freundlich auf Fragen antwortet – auf die meisten jedenfalls.

Wer hinter der Kartbahn steht, lässt auch er offen. «Die Betreiber wollen anonym bleiben.» Nur so viel: Das Geld stamme von einem «rennsportaffinen Unternehmer aus der Region». Laut Riesen wurde rund eine Million Franken in den Umbau und die Einrichtung gesteckt.

Elektrokarts sind teurer, aber umweltfreundlicher

In Reih und Glied stehen die 21 Elektrokarts noch halb verpackt am Rand der Bahn. Sie stammen vom französischen Hersteller Sodi. Sie werden von einer Lithiumbatterie angetrieben, nach rund vier Stunden Betrieb müssen sie während etwa 20 Minuten wieder aufgeladen werden. «Das ist die neueste Generation», sagt Riesen. Ein Wagen kostet 15'000 Franken, etwa doppelt so viel wie ein Benzinkart. Er könnte 150 Stundenkilometer fahren, in der Halle aber liegt die Begrenzung bei etwa Tempo 60.

Der Entscheid für Elektrokarts sei nicht schwergefallen. Sie seien viel umweltfreundlicher, zudem ersparten sie eine gute Lüftungsanlage. Auch bei der Unterlage wurde nicht gekleckert – es handle sich um einen «Formel 1-Belag». Die flexiblen Banden seien besonders sicher, überhaupt stehe die Sicherheit an erster Stelle, sagt Riesen. Die Strecke ist 430 Meter lang. Der Kart-Palais startet mit sechs bis acht Beschäftigten. Zum Angebot gehören auch Seminarräume, ein Restaurant und ein Club. Charly Riesen ist überzeugt, dass die Nachfrage gross sein wird. «Die Voraussetzung ist gut, dass hier etwas Schönes entsteht.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.10.2014, 11:40 Uhr

Die Halle

Die Tennishalle Sports Core im Belpmoos hat eine kurze, aber bewegte Geschichte hinter sich. Schon während der Bauarbeiten für das Projekt von Bauunternehmer Peter Kehl und dessen Renova 2000 AG gab es Probleme und Verzögerungen. Kurz darauf kam es im Frühling 2011 zum Zerwürfnis zwischen den Hallenbetreibern und Marc Krippendorf, der sich mit seiner Tennisschule in der Halle eingemietet hatte. Die Zusammenarbeit wurde schliesslich beendet. Im Sommer 2012 dann stritt sich die Renova mit der Gemeinde Belp um Anschlussgebühren. Im vergangenen Jahr schliesslich schrieb die Renova die Tennishalle zum Verkauf aus – gemäss einem Zeitungsinserat für 11,5 Millionen Franken. Allerdings haben sich die Eigentumsverhältnisse seither nicht verändert.

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