BLS-Werkstätte rutscht weiter nach Westen

Bern

Nicht mehr das Areal zwischen dem Weiler Buech und dem Bahnhof Riedbach, sondern das Gebiet um den Chliforst: Die umstrittene BLS-Werkstätte soll weiter westlich gebaut werden.

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Stephan Künzi

Heute will die von der BLS eingesetzte Begleitgruppe ihre Empfehlung abgeben. Sie will der Öffentlichkeit erklären, warum die neue Werkstätte, die die Bahn als Ersatz für das zugemietete Depot Bern-Aebimatt und für ihren immer umfangreicheren Fahrzeugpark braucht, im Westen Berns gebaut werden soll.

Zur Auswahl stehen diverse Standorte zwischen dem Stadtrand bei Niederbottigen und dem Forst in Richtung Rosshäusern – doch schon gestern zeichnete sich ab: Für die Begleitgruppe steht nicht das von der BLS bevorzugte Areal zwischen dem Weiler Buech und dem Bahnhof Riedbach im Vordergrund. Aller Voraussicht nach wird sie vielmehr empfehlen, das umstrittene Projekt weiter westlich im Gebiet Chliforst zu realisieren.

Wald roden

Offiziell bestätigen wollte dies zwar noch keiner. Zu strikt hielten sich alle an die vereinbarte Regelung, wonach erst heute informiert wird. Gleichzeitig war vor Ort aber mehrfach zu hören: Die BLS werde nicht nur die Anwohner gegen sich haben, wenn sie auf den Vorschlag Chliforst einsteige.

Auf genauso wenig Gegenliebe dürfte sie in Natur- und Heimatschutzkreisen stossen. Weil am gewählten Ort Wald gerodet werden müsste und dieser von Gesetzes wegen absolut geschützt sei.

Worauf pflegte doch Präsident Bern­hard Antener namens der Begleitgruppe hinzuweisen? Die Variante Chliforst dürfe nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Ungeachtet dessen, dass sie einen Wald tangiere: Dessen Unantastbarkeit müsse man in einer Zeit, in der der Kulturlandschutz in aller Munde sei, durchaus infrage stellen.

Antener betonte stets auch, wie wichtig ein allseits akzeptierter Standort nicht zuletzt für die BLS selber sei. Zwar kann sie über das Eisenbahngesetz leichter Land enteignen als andere. Trotzdem können ihr die Gegner das Leben mit einem Gang durch die Instanzen schwer machen. Denn dann verzögert sich das Projekt massiv, und diese Zeit hat die Bahn gar nicht.

Die BLS müsse die neue Werkstätte 2025 beziehen können, so Antener. Immerhin muss sie den Standort Aebimatt bereits 2019/2020 verlassen. Und die anschliessende Zwischenlösung bei den Freiburger Verkehrsbetrieben in Givisiez läuft 2025 aus.

Dass die Verfahren glatt über die Bühne gehen, wird im Gebiet Chliforst allerdings ein frommer Wunsch bleiben. Anwohner Jürg Stadelmann stellt jedenfalls bereits in Aussicht, dass er eine BLS-Werkstätte vor seiner Haustür nicht akzeptieren wird. «Ich bin es gewohnt, mich wo nötig nach Kräften zur Wehr zu setzen», sagt er, der in der Berner Altstadt das Bijouterieunternehmen Stadelmann aufgebaut hat.

«Ich bin es gewohnt, mich wo nötig nach  Kräften zur Wehr zu setzen.»Jürg Stadelmann

Nicht mehr dabei

Gestern hat die Begleitgruppe die letzten Beschlüsse zu ihrer Empfehlung getroffen. Nicht mehr dabei war der Quartierverein Bümpliz-Bethlehem: Solange der bisherige Prozess nicht von einem aussenstehenden Rechtsgutachter beurteilt sei, bleibe man den Sitzungen fern, gab die Organisation als Grund an.

Berner Zeitung

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