Autobahnraststätte Grauholz: Coupes mit Alkohol verbannt

Grauholz

Auf der Autobahnraststätte Grauholz dürfen neuerdings keine alkoholhaltigen Desserts mehr serviert werden. Die Behörden drücken kein Auge mehr zu.

In den Desserts, die auf der Autobahnraststätte Grauholz erhältlich sind, darf ab sofort kein Alkohol mehr enthalten sein. Das haben die Behörden entschieden.

In den Desserts, die auf der Autobahnraststätte Grauholz erhältlich sind, darf ab sofort kein Alkohol mehr enthalten sein. Das haben die Behörden entschieden.

(Bild: Walter Pfäffli)

Hans Ulrich Schaad

Ein Zitronensorbet mit Wodka, ein Coupe Baileys oder ein Vieille-Prune-Becher mit Zwetschgenwasser. Bisher konnten die Gäste der Autobahnraststätte Grauholz auch Coupes mit Alkohol bestellen. Seit Mitte letzter Woche ist das nun vorbei, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Der Regierungsstatthalter und das Tiefbauamt haben von Geschäftsführer Rolf Biedermann verlangt, die Dessertkarte anzupassen. Hätte dieser nicht reagiert, wäre er gebüsst worden. Biedermann findet diese Massnahme absurd: «Wenn einer voll werden will mit Coupes, dann muss er viele essen.» Biedermann versteht deshalb die Welt nicht mehr, zumal diese Desserts während 40 Jahren geduldet worden waren.

Die Verkehrssicherheit gehe vor, argumentieren die Behörden. Das Gesetz stützt sie. Denn die Nationalstrassenverordnung verbietet seit 1964 den Ausschank und den Verkauf von Alkohol. Dieses gilt für Raststätten, Tankstellenshops, Kioske, Restaurants und Hotels auf dem Gelände einer Autobahnraststätte. Sonderlich konsequent scheinen die Behörden laut dem Zeitungsartikel nicht zu sein: Kirschtörtchen und Pralinés mit Schnaps werden geduldet.

Grosse Einbussen

Die Raststättenbetreiber spüren das Verbot im Portemonnaie. Rolf Biedermann schätzt seinen Umsatzverlust auf jährlich eine Million Franken. Es stört ihn, dass er nicht einmal den Hotelgästen Alkohol servieren darf. Ein Drittel davon seien Busreisende, die selber nicht fahren würden. Er könne wegen des Verbots kaum Familien- oder Firmenanlässe organisieren. Biedermann führt an, dass das Verbot sogar Alkohol am Steuer fördere. Die Hotelgäste würden für einen Drink nach Bern fahren und unter Umständen alkoholisiert zurückfahren.

Der Wirteverband Gastro Suisse stört sich an diesem Verbot und fordert die Politik auf, diese Beschränkung der Wirtschaftsfreiheit aufzuheben. Die Burgdorfer SVP-Nationalrätin Nadja Pieren will sich nach den Wahlen im Herbst dem Thema erneut annehmen. Vor drei Jahren war sie mit einer Motion im Nationalrat erfolglos.

Berner Zeitung

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