Kirchlindach

Aussergewöhnliche Todesfälle sind selten

KirchlindachDie Staatsanwaltschaft klärt derzeit einen aussergewöhnlichen Todesfall im Pflegeheim Lindenegg in Oberlindach ab. Laut der kantonalen Aufsichtsbehörde sind solche Fälle äusserst selten.

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Ein anonymer Brief brachte die Staatsanwaltschaft auf die Fährte: Letzten Oktober sei im Pflegeheim Lindenegg in Oberlindach nach einer falschen medikamentösen Behandlung ein hochbetagter Bewohner gestorben. Derzeit wird ermittelt, was an den Vorwürfen rund um diesen aussergewöhnlichen Todesfall, einen sogenannten AgT, dran ist.

Ein AgT ist für die Staatsanwaltschaft ein weiter Begriff: «Jeder Todesfall mit Anzeichen für einen unnatürlichen Tod bildet einen AgT», sagt Staatsanwalt Christof Scheurer. Ein solcher wird den Strafverfolgungsbehörden gemeldet und anschliessend im Rahmen einer Untersuchung näher abgeklärt.

Vier Fälle in elf Jahren

Der Begriff Fehlbehandlung im Zusammenhang mit Medikamenten deckt ein weites Feld ab. Er kann sich auf eine falsche Verordnung durch den Arzt beziehen oder aber auf eine falsche Verabreichung der verordneten Medikamente durch das Personal. Für die Aufsicht über die Ärzte ist das Kantonsarztamt zuständig. Bei Fehlern, die durch das Pflegepersonal verursacht werden, ist das kantonale Alters- und Behindertenamt involviert. Laut Andrea Hornung, Leiterin der Abteilung Alter in diesem Amt, sind die Heime verpflichtet, einen AgT zu melden. Fälle, in denen die Staatsanwaltschaft wegen eines AgT ermitteln müsse, seien äusserst selten, sagt Andrea Hornung. «In den elf Jahren, in denen ich im Amt bin, habe ich genau drei Fälle miterlebt.» In zweien davon konnte kein Zusammenhang zwischen der Behandlung durch das Pflegepersonal und dem Tod eines Menschen nachgewiesen werden. Im dritten Fall kam es zu einer Gerichtsverhandlung, doch Hornung kennt das Ergebnis nicht. Der vierte Fall spielt sich derzeit in der Lindenegg ab.

«Wenn man bedenkt, dass wir im Kanton Bern 14'500 Plätze in Alters- und Pflegeheimen anbieten, machen diese tragischen Fälle glücklicherweise einen verschwindend kleinen Anteil aus», sagt Hornung. Jedoch gebe es in praktisch allen Heimen «kleinere Probleme»; auch gebe es unterschiedliche Ansichten von Qualität. «Fakt ist», so Hornung, «dass die Anforderungen an das Pflegepersonal kontinuierlich steigen.»

Menschen am Lebensende

Markus Leser vom Verband Heime und Institutionen Schweiz, Curaviva, weist in dem Zusammenhang auf die spezielle Situation der Hochbetagten hin. Diese Menschen befinden sich an ihrem Lebensende: «Hier gibt es viele unterschiedliche und individuelle Situationen», sagt Leser. So könne zum Beispiel in einer Verfügung festgehalten sein, dass der Bewohner gar keine Medikamente mehr einnehmen möchte. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.01.2014, 06:35 Uhr

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