Lyss

Ausbau des Asylzentrums ist bereits geplant

Lyss Vor drei Monaten öffnete das ­Bundesasylzentrum ­seine Tore. Um die Asylverfahren beschleunigen zu können, braucht es aber mehr Plätze.

Das Bundesasylzentrum Kappelen-Layy wurde im Juli eröffnet.

Das Bundesasylzentrum Kappelen-Layy wurde im Juli eröffnet. Bild: Iris Andermatt

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Im Juli wurde das Bundesasylzentrum Kappelen-Lyss eröffnet. Ab kommendem März sollen sich da vorwiegend Personen aufhalten, welche auf ihren Asylentscheid oder ihre Ausschaffung warten. Sie sollen in den Zentren des Bundes höchstens 140 Tage verbringen.

Vorwiegend neue Betten

In Kappelen-Lyss sind momentan etwa 60 Prozent der Betten belegt. Somit werden rund 100 Schlafplätze der 162 verfügbaren gebraucht. Diese tiefe Zahl führt Lukas Rieder, Mediensprecher vom Staatssekretariat für Migration (SEM), auf die ­«momentan relativ ruhige Migrationslage in der Schweiz» zurück.

Das frühere kantonale Durchgangszentrum soll jetzt ein Erweiterungsge­bäude erhalten. Der geplante 50 Meter lange und 30 Meter breite Neubau umfasst zwei Etagen. Dieser bietet Platz für rund 110 neue Betten, ein Zimmer für die Pflegekraft und einen Bereich für die Adminis­tration. Somit umfasst die neue ­Gesamtkapazität rund 270 Schlafplätze.

Dafür hat das eidgenössische Parlament 2017 einen Verpflichtungskredit von 29,1 Millionen Franken bewilligt. Dieser Kredit umfasst den Kauf des Grundstücks sowie die bestehenden Bauten.

«Die Migrations­lage der Schweiz ist ­mo­mentan relativ ruhig.»Lukas Rieder, Mediensprecher SEM

Die bisherigen ­Gebäude bilden grösstenteils einen weiteren ­Bestandteil des Bundesasylzentrums. Diese werden saniert und den gesetzlichen Vorgaben des Energiegesetzes angepasst. ­Zudem werden zwei kleinere ­Gebäude, welche zwischenzeitlich als Lagerraum dienten, abgerissen.

Da vorher der Spielplatz an der Stelle war, muss dieser nun verlegt werden. Dafür wird ein neuer Platz auf dem Areal errichtet, der einen Fussballplatz und Tischtennisplätze aufweist. Dem SEM sei es wichtig, dass die Asylsuchenden genügend Aktivitäten ausüben könnten.

«Starke Schwankungen»

Gemäss dem neuen Asylgesetz des Bundes muss die Asylregion Bern 620 Betten bereitstellen, damit Asylverfahren ab 1. März 2019 beschleunigt werden können. Dafür werden mehr Plätze benötigt, da es zu einer längeren Aufenthaltsdauer kommt und auch der Wegweisungsvollzug ­direkt organisiert wird.

Lukas Rieder begründet diese Massnahme durch die «erfahrungsgemäss starken Schwankungen in der ­Belegung». Deshalb sei es wichtig, langfristig zu denken und für allfällige Ausnahmezustände vorbereitet zu sein.

Zwei Jahre Bauzeit

Aktuell liegen die Gesuchunterlagen in der Gemeinde ­Kappelen-Lyss zur öffentlichen Auflage bereit und können bis zum 18. Oktober eingesehen werden. Der Bund geht davon aus, dass das Gesuch bewilligungs­fähig ist, und rechnet nicht mit Einsprachen.

Der Baubeginn wurde auf August 2019 terminiert. Gut zwei Jahre später soll das Bundesasylzentrum in ­Kappelen-Lyss definitiv fertig­gestellt werden und die neuen 110 Plätze für die Asylsuchenden bezugsbereit sein.

Der Lysser Gemeindepräsident Andreas Hegg (FDP) kämpft derzeit gegen ein zweites Asylzentrum in Lyss. Für diesen Kampf habe auch der Regierungsrat der Gemeinde seine Unterstützung zugesagt.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 25.09.2018, 20:01 Uhr

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