Ried bei Kerzers

Aus alten Lebensmitteln wird Biogas und Futter

Ried bei Kerzers In seinem Neubau in Ried bei Kerzers will Werner Hausammann abgelaufene Lebensmittel entpacken lassen. Sie ­werden zur Biogasproduktion oder als Schweinefutter verwendet.

Lebensmittel, die nicht verkauft werden konnten, müssen zuerst ausgepackt werden, ehe man sie weiterverwertet.

Lebensmittel, die nicht verkauft werden konnten, müssen zuerst ausgepackt werden, ehe man sie weiterverwertet. Bild: Daniel Zannantonio

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Direkt neben der A 1 in Ried bei Kerzers haben kürzlich Baumaschinen das Gelände für den Bau eines Gewerbegebäudes vorbereitet. Der Bauherr Werner Hausammann freut sich, dass es damit endlich vorangeht. Sein Baugesuch wurde Anfang Dezember 2016 im Freiburger Amtsblatt veröffentlicht. Die provisorische Baubewilligung habe er erst ein Jahr später erhalten, «obwohl es keine Einsprachen gab und auch die Gemeinde dem Projekt positiv gegenüberstand», wundert er sich.

Dass das Bundesamt für Strassen (Astra) den Abstand zur Autobahn bemängelte, war für den 68-Jährigen kein Problem. «Ich verschob das Gebäude um zwei Meter, und so konnte das Astra dem Projekt zustimmen», sagt er.

Ungeniessbares wiederverwerten

Bis im April will der Unternehmer das Gebäude fertigstellen. Darin will er abgelaufene Lebensmittel für die Wiederverwertung vorbereiten. «Sie eignen sich für Biogasanlagen oder als Futter in Schweinemästereien», erklärt Hausammann. «Es gibt aber ein Problem: Fleisch, Joghurts oder Mayonnaise sind in Plastik, Aluminium oder Glas ein­gepackt. Diese Materialien beschädigen ­Biogasanlagen und dürfen nicht ins Tierfutter gelangen.» Jemand müsse zuerst die Lebensmittel entpacken. Die Verpackungen würden anschliessend recycelt.

«Eine sinnvolle Beschäftigung»

In Sugiez beschäftigt er zwölf Mitarbeiter. Diese holen die abgelaufenen Lebensmittel bei Grossverteilern ab, öffnen die Verpackungen und trennen die Produkte.

«Einige meiner Mitarbeiter bezogen vorher Sozialhilfe oder hatten keinen Berufs­abschluss», sagt Hausammann. In seinem Unternehmen gliedere er solche Menschen wieder in die Arbeitswelt ein. «Weil sie anfangs noch nicht einen vollen Tag lang arbeiten können, braucht es ein Angebot für die zweite Tageshälfte.» Die von ihm gegründete Stiftung für soziale Arbeit soll Aktivitäten anbieten. «Im Haus neben dem Recyclinggebäude wollen wir eine WG mit fünf Zimmern und einer 24-Stunden-Betreuung schaffen», sagt Stiftungspräsidentin Eveline Müller. (Freiburger Nachrichten)

Erstellt: 06.01.2018, 17:31 Uhr

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