Auf Ex-SVP-Fraktionschef Roland Jakob wartet ein harziger Start

Bern

Durch den Wegzug von Roland Iseli rückt der ehemalige SVP-Fraktionschef Roland Jakob in den Berner Stadtrat nach. Das sorgt parteiintern für Zoff.

Roland Jakob will in den Stadtrat zurückkehren.<p class='credit'>(Bild: Beat Mathys)</p>

Roland Jakob will in den Stadtrat zurückkehren.

(Bild: Beat Mathys)

Am 1. November wird Roland Iseli zum letzten Mal für die SVP im Berner Stadtrat sitzen. Danach kehrt er der Stadt den Rücken und übernimmt die untere Gantrischhütte. Sein Wegzug bewirkt, dass Roland Jakob Iselis Sitz im Stadtparlament erbt.

Der ehemalige SVP-Fraktionschef wurde bei den letzten Wahlen als Stadtrat abgewählt und landete auf dem zweiten Ersatzplatz.Die Personalie Jakob ist jedoch umstritten – selbst parteiintern. «Für die SVP ist es nicht gut, wenn Jakob das Amt ­annimmt», sagte etwa Stadt­rat und Parteikollege Henri-Charles Beuchat gegenüber dem «Bund». Und weiter: «Wie will einer glaubhaft Politik ­betreiben, wenn er selber im Sumpf steht?»

Löhne nicht ausbezahlt

Beuchat spielt mit seinen Äusserungen auf den zweifelhaften Ruf der Malerei Jakob GmbH an, welche Jakob einst führte. In die Negativschlagzeilen ­geriet Malermeister Jakob erstmals vor sieben Jahren. Die ­Gewerkschaft Unia warf ihm vor, AHV-, Suva- und Pensionskassengelder unterschlagen und einem Angestellten zu wenig Lohn ausbezahlt zu haben. ­Jakob wehrte sich gegen die ­Behauptungen, konnte aber gewisse Ausstände nicht leugnen.

Vor zwei Jahren machte diese Zeitung ausserdem publik, dass Jakob einem Lehrling den Lohn ein halbes Jahr lang nicht ausbezahlt hatte. Erst als sich der Lehrling an die kantonale Lehraufsichtsbehörde wendete, soll der damalige SVP-Fraktionschef die ausstehenden Löhne bezahlt ­haben. Jakob nahm damals nicht Stellung zu dem Fall. Vor Gericht landete keiner der Fälle. ­Gemäss «Bund» existiert die Malerei Jakob GmbH jedoch seit März 2017 nicht mehr.

«Unschöne Bedingungen»

Der aktuelle Stadtberner SVP-Präsident Thomas Fuchs hat mit Roland Jakob ein Gespräch geführt, wie er auf Anfrage sagt. Dabei habe ihm dieser zuge­sichert, dass er wieder im Stadtparlament Einsitz nehmen ­wolle.

«Es ist legitim, dass er das Amt antritt», findet Fuchs. Der SVP-Präsident fügt aber an, dass die Bedingungen von ­Jakobs Rückkehr «unschön» seien. Damit meint er, dass die alten Vorwürfe aus ­Jakobs Zeit als Malermeister wieder auf­gekocht werden. Fuchs glaubt, dass ­Jakob in der SVP-Fraktion deshalb ein harziger Start ­bevorstehe.

Und was meint der Präsi­dent dazu, dass Parteikollege ­Beuchat via Medien dermassen scharf gegen den ehemaligen Fraktionspräsidenten schiesst? «Henri-Charles Beuchat sagt nichts, was völlig daneben ist», sagt Thomas Fuchs, der ebenso bekannt dafür ist, kein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Entsprechend meint er weiter: «Mir ist lieber, wenn jemand seine ­Meinung klipp und klar nach aussen vertritt, statt hintenrum zu lästern.» Roland Jakob war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

mib

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