Bern

Asylunterkunft Hochfeld: Schrittweiser Ausstieg

BernDie Stadt Bern will die umstrittene Zivilschutzanlage Hochfeld dem Kanton zwar weiterhin als Asylunterkunft zur Verfügung stellen. Sie strebt aber einen «schrittweisen Ausstieg» an.

Die Asylunterkunft Hochfeld im Berner Länggassequartier wird ab 2015 limitiert.

Die Asylunterkunft Hochfeld im Berner Länggassequartier wird ab 2015 limitiert. Bild: Christian Pfander

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Noch bis zum Ende dieses Jahres darf der Kanton im Durchgangszentrum im Länggassquartier weiterhin 136 Plätze nutzen, wie die Berner Stadtregierung am Montag mitteilte. Ab dem nächsten Jahr dürfen es dann aber im Hochfeld nur noch maximal 80 Plätze sein. Und überhaupt will die Stadt ab 2015 dem Kanton in Durchgangszentren nur noch 80 Plätze zur Verfügung stellen.

Um dem Kanton an Stelle der Zivilschutzanlage Hochfeld eine oberirdische Unterkunft anbieten zu können, will die Stadt einerseits nochmals prüfen, ob es nicht doch eine Alternative in einem bestehenden Gebäude gibt.

Anderseits lässt die Stadtregierung prüfen, ob Asylsuchende in einer mobilen Siedlung auf wechselnden Terrains untergebracht werden könnten. Damit folgt sie einem im Berner Stadtrat eingereichten Vorstoss.

Die Zivilschutzanlage Hochfeld ist seit Anfang 2012 Notunterkunft für Asylbewerber. Ursprünglich war geplant, das Zentrum nur während sechs Monaten zu betreiben. Gegen die unterirdische Beherbergung von Asylsuchenden gab es in der Stadt Bern wiederholt Protest.

Die zuständige Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher sagte auf Anfrage, die Stadt reduziere ihr Platzangebot in Durchgangszentren auf 80, weil der Kanton von der Stadt künftig auch nur noch so viele Plätze erwarte.

Das Durchgangszentrum Hochfeld ist seit Anfang 2012 als Notunterkunft für Asylsuchende in Betrieb. Ursprünglich war geplant, das Zentrum während sechs Monaten zu betreiben, inzwischen sind über zwei Jahre vergangen. Die Unterkunft eignet sich nach Ansicht des Gemeinderates schlecht für die längerfristige Unterbringung von Asylsuchenden. Das schreibt der Gemeinderat der Stadt Bern am Montagmorgen in einer Mitteilung.

Die Raumverhältnisse in der unterirdischen Zivilschutzanlage sind eng. Frauen und Kinder werden deshalb zurzeit nicht dem Hochfeld zugeteilt. Nach einer Analyse der aktuellen Situation auf Ebene Kanton und Bund sowie nach Gesprächen mit dem Kanton hat die Stadt konkrete Schritte ab 2015 ausgearbeitet und entsprechende Aufträge an die beteiligten Direktionen erteilt.

Gegen den «Asylbunker Hochfeld» fanden in den vergangenen Jahren auch mehrere Demonstrationen statt.

Nutzung bis Ende 2014

Der Gemeinderat hat bestätigt, dass die Zivilschutzanlage bis Ende 2014 vom Kanton als Notunterkunft betrieben werden kann. Die bereits geltende maximale Belegung von 85 Prozent der aktuell 160 Plätze (136 Plätze) soll dabei nicht überschritten werden. Zudem sollen weiterhin keine Familien und Frauen dem Durchgangszentrum zugeteilt werden.

Ab 2015 stellt die Stadt dem Kanton für die Unterbringung von Asylsuchenden in Zentren (Unterbringungsphase I) 80 Plätze zur Verfügung – in erster Priorität oberirdisch. Als Übergangslösung bis zur Eröffnung einer oberirdischen Anlage steht das Hochfeld weiter zur Verfügung, jedoch mit maximal 80 Plätzen und weiterhin nicht für Familien und Frauen.

Oberirdische Anlage

Um eine oberirdische Unterkunft zur Verfügung stellen zu können, hat der Gemeinde-rat zwei Stossrichtungen vorgesehen: Einerseits will er nochmals prüfen, ob eine be-reits bestehende oberirdische Anlage als Unterkunft für Asylsuchende zur Verfügung gestellt werden könnte.

Andererseits will er die Machbarkeit einer mobilen Siedlung mit Raummodulen auf wechselnden Baufeldern prüfen. Damit folgt er auch einem im Stadtrat eingereichten Antrag. (ima/pd)

Erstellt: 02.06.2014, 14:08 Uhr

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So sah die Asylunterkunft im Jahr 2008 aus

So sah die Asylunterkunft im Jahr 2008 aus Die Zivilschutzanlage Hochfeld in der Stadt Bern wird ab dem 4. Januar 2012 als Unterkunft für Asylsuchende genutzt. Der Gemeinderat der Stadt Bern stellt die Anlage dem Kanton zur Verfügung.

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