Bern

Astra will neuen Tunnel und mehr Spuren auf Berns Autobahnen

BernDas Bundesamt für Strassen (Astra) will im Osten der Stadt die A6 in Richtung Thun in einen neuen Tunnel legen. Im Norden soll die A1 von heute sechs auf acht Spuren ausgebaut werden.

Die A1 zwischen dem Wankdorfdreieck und Schönbühl: Hier sollen künftig acht Spuren für Verkehrsentlastung sorgen.

Die A1 zwischen dem Wankdorfdreieck und Schönbühl: Hier sollen künftig acht Spuren für Verkehrsentlastung sorgen. Bild: Adriana Bella

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Der neue Tunnel im Osten der Stadt Bern soll aus zwei je 3,8 Kilometer langen Röhren mit je zwei Fahrspuren bestehen und zwischen dem Zentrum Paul Klee und dem Autobahnanschluss Muri gegraben werden, wie das Astra am Dienstag mitteilte. Es geht von Baukosten in der Höhe von 2,1 Milliarden Franken aus.

Im Norden Berns soll die A1 zwischen dem Wankdorfdreieck und der Verzweigung Schönbühl ausgebaut werden. Auf den Bau eines zweiten Felsenauviaduks oder eines unterirdischen Bypasses zwischen Weyermannshaus im Westen von Bern und der Raststätte Grauholz will das Astra aus technischen und finanziellen Gründen verzichten.

Zu den Entscheiden kam das Astra nach der Prüfung zweier Studien zur Beseitigung der Autobahn-Engpässe im Osten und Norden Berns. Die Arbeiten wurden unter Einbezug von Behörden des Kantons Bern, der Region, der Stadt sowie der Gemeinden Ittigen, Muri, Ostermundigen und Zollikofen durchgeführt.

Das Astra lässt nun die Vorschläge in die zweite Programmbotschaft zur Beseitigung von Engpässen im Nationalstrassennetz einfliessen. Für die Umsetzung dieses Programms stehen schweizweit 5,5 Milliarden Franken zur Verfügung. Voraussichtlich 2014 entscheiden laut Astra die eidgenössischen Räte darüber.

Variante im Osten: Eine Spur nur teilweise im Tunnel

Eine Variante ist im Osten Berns für das Astra, den Verkehr von Thun in Richtung Bern erst im Gebiet Saali in den neuen Tunnel zu schicken und dort einen Halbanschluss zu bauen. Das würde laut Astra- Sprecher Thomas Rohrbach 300 Millionen Franken einsparen, wie er auf Anfrage sagte.

So oder so wird die heutige A6 zwischen Zentrum Paul Klee und Saali zu einer Stadtstrasse mit zweimal einem Fahrstreifen zurückgebaut. Sie wird aber weiterhin eine wichtige Funktion haben. Wegen ihr brächten die neuen Tunnels trotz Beschränkung auf je zwei Fahrspuren dennoch eine Entlastung, sagt Rohrbach.

Im Norden Berns packt das Astra nur einen Teil des Engpasses an: Jenem zwischen Wankdorfdreieck und Schönbühl. Weiter westlich, im Bereich des Felsenauviadukts, will es deshalb mit «verkehrsbeeinflussenden Massnahmen» Staus abwenden.

Darunter versteht das Astra, mit Ampeln den Verkehr bei den Autobahneinfahrten so zu regulieren, wie es das kürzlich bei der Sanierung dieser Autobahnabschnitte getan hat. Ein anderes Mittel ist, die Tempovorschriften dem Verkehrsfluss anzupassen.

Weil ein Teil des Engpassproblems bestehen bleibt, verzichtet das Astra auch auf den insbesondere von den Gemeinden Zollikofen und Ittigen geforderten neuen Halbanschluss Grauholz. Dieser neue Halbanschluss würde nur für mehr Verkehr sorgen, sagt der Astra- Sprecher, und ohnehin gebe es schon sehr viele Anschlüsse.

Den Bau des von der Stadt und Kanton Bern geforderten unterirdischen Bypasses Weyermannshaus - Grauholz hält das Astra mit Kosten von über drei Milliarden Franken für auf nationaler Ebene politisch nicht machbar. Und als auf kantonaler Ebene politisch nicht machbar bezeichnet Rohrbach den Bau eines zweiten Felsenauviadukts.

Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger- Jenzer hatte sich 2008 dezidiert gegen einen neuen Felsenauviadukt stark gemacht. Nur eine unterirdische Lösung komme dort in Frage.

Grosse Zunahme des Strassenverkehrs

Das Astra will die Autobahnen ausbauen, weil es von einer Zunahme des Strassenverkehr bis zum Jahr 2030 um mindestens 20 Prozent ausgeht. Seit 1960 hat sich der private Strassenverkehr in der Schweiz schon mehr als vervierfacht.

Bis im Osten und Norden Berns die Bagger auffahren, will das Astra mit anderen Massnahmen die Situation verbessern. Dazu gehört etwa, dass auf der A6 im Raum Bern der Pannenstreifen soll befahren werden dürfen, wie Bundesrätin Leuthard schon im Januar dieses Jahres ankündigte. (chh/sda)

Erstellt: 05.06.2012, 12:37 Uhr

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