Grosshöchstetten

Alles ist bereit für die Badegäste

GrosshöchstettenIn der Gemeinde geht heute das Freibad auf – so wie auch in vielen anderen Orten in der Region Bern. Dass die Badi in Grosshöchstetten diese Saison öffnet, ist nicht selbstverständlich.

<b>Alain Gottier</b> spannt die Kette, die den Schwimmer- vom Nichtschwimmerbereich trennt.

Alain Gottier spannt die Kette, die den Schwimmer- vom Nichtschwimmerbereich trennt. Bild: Christian Pfander

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Alain Gottier kurbelt. Rot-weiss abwechselnd wickelt sich Kettenglied für Kettenglied von der Rolle. Er greift nach dem Anfang der Kette und befestigt sie am Rand des Beckens im Freibad Grosshöchstetten.

Das andere Ende zieht er dem Becken entlang und befestigt es auf der gegenüberliegenden Seite. Die Kette trennt den Schwimmer- vom Nichtschwimmerbreich. «Das gehört zu unseren letzten Aufgaben während der Vorbereitung zur Badieröffnung», sagt Gottier.

Er ist seit zwölf Jahren Bademeister. Im März haben er und seine Kollegen mit den Vorbereitungen begonnen, damit heute ­alles bereit ist für die Badegäste. Eine Woche dauert es, bis das grosse Becken gefüllt ist.

Zwei Wochen bevor das Freibad eröffnet, lassen die Bademeister jeweils das Wasser ein. «Damit wir einen Puffer haben, falls etwas nicht klappen sollte.» Dies komme vor: Rohre und Filter seien alt, zudem blieben sie den ganzen Winter unbenutzt. «Es ist wie bei einem alten Auto, es gibt ständig etwas zu tun», sagt Gottier, der früher Sanitär war.

Initiative rettete Badi

Die Badi ist alt und sanierungsbedürftig. Dem Gemeinderat wäre es lieber gewesen, das Freibad zurückzubauen und einen Park daraus zu machen. Eine Initiative rettete die Badi. Eine Mehrheit der Bürger stimmte Anfang März dafür, dass die Badi für 3,5 Millionen Franken saniert werden soll.

«Es ist wie bei einem alten Auto, es gibt ständig etwas zu tun.»Alain Gottier, Bademeister

Hätten die Grosshöchstetter die Initiative abgelehnt, wäre es diesen Sommer wohl die letzte Saison für die Badi. Oder sie hätte gar nicht erst geöffnet. «Darüber hätten wir im Gemeinderat diskutieren müssen», sagt Gemeindepräsidentin Christine Hofer (EVP).

Der Gemeinderat hat nun die ersten Schritte aufgegleist, um ein Projekt für die Sanierung der Badi zu erarbeiten. «Wir möchten alle, die ein Interesse an der Badi haben, miteinbeziehen», sagt Hofer.

Neben den Gemeindebehörden sind deshalb Mitglieder des Initiativkomitees und eine Elternvertretung in die Planung involviert. Gemeinsam mit einem Badeplaner erarbeiten sie ein Sanierungsprojekt, das anschliessend dem Stimmvolk vorgelegt werden muss. Wenn alles planmässig verläuft, kommt das Geschäft nächstes Jahr an die Urne. Abgestecktes Ziel für den Start der Umbauarbeiten ist Herbst 2019.

Schulplanung muss warten

Weil die Badi nun saniert wird, verzögert sich in Grosshöchstetten ein anderes Vorhaben: die Liegenschafts- und Schulraumplanung, kurz LSP. Sie beinhaltet unter anderem eine neue Dreifachturnhalle und neue Schulzimmer. Eine Sanierung der Badi sei aufwendiger als deren Rückbau.

Der Gemeinderat hat deshalb die ersten Planungsschritte der LSP verschoben. «Wir können nicht alle Projekte gleich­zeitig aufgleisen», sagt Hofer. Einerseits würden die personellen Ressourcen nicht ausreichen. Andererseits müsse man die Finanzen im Auge behalten.

So oder so ist die LSP im Verzug. Im letzten Jahr hat die Gemeindeversammlung einen Planungskredit zurückgestellt. Man wolle abwarten, bis die Fusion mit Schlosswil durch sei, so das Credo damals. Die Gemeinde hat nun vorerst einen Kredit bewilligt, um die Schulraumplanung mit den Daten von Schlosswil zu ergänzen.  

Flicken statt Putzen

Alain Gottier drückt auf eine Fernbedienung. Am Grund des Kinderbeckens beginnt ein Wasserstaubsauger seine Bahnen zu ziehen. Putzen brauche am meisten Zeit, sagt Gottier. Denn bevor die Staubsauger selbstständig die Böden putzen, reinigen die Bademeister die Becken Zentimeter für Zentimeter mit dem Hochdruckreiniger.

Auch rund um die Becken muss alles geputzt werden – die Duschen, Garderoben, die Fugen der Terrasse. Gottier putzt eher ungern. Lieber flickt er Rohre, Filter und alles, was sonst anfällt. Oder er streicht: das Sprungbrett, die Duschen, die Gareroben. Jedes Jahr in einer anderen Farbe. Dieses Jahr ist es Türkis. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.05.2018, 22:31 Uhr

Die Badis sind offen

Den Anfang machte das Mar­zili. Bereits seit Ende April ist das Freibad in der Stadt Bern offen. Heute nun gehen die meisten Badis in der Region Bern auf. Ausnahmen sind die Badi in Biglen, die am 26. Mai ihre Tore öffnet, und das Bad Eywald in Rüschegg, das am 20. Mai aufgeht.

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