Bremgarten

Aktionstag für die Mehlschwalbe

BremgartenGestern montierten Helfer auf dem Birchihof bei Bremgarten hundert Nester für Mehlschwalben. Möglich wurde dies dank Sponsoren: Für dreissig Franken konnte eine nummerierte Behausung erstanden werden.

Helfer im Einsatz: In einem ersten Schritt werden die Nester auf Holz vormontiert. Anschliessend können sie in die Schienen im Hintergrund des Bildes eingeführt und unter dem Dach angebracht werden.

Helfer im Einsatz: In einem ersten Schritt werden die Nester auf Holz vormontiert. Anschliessend können sie in die Schienen im Hintergrund des Bildes eingeführt und unter dem Dach angebracht werden. Bild: Walter Pfäffli

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Die Mehlschwalbe ist vom «Schweizer Vogelschutz SVS BirdLife Schweiz» zum Vogel des Jahres erkoren worden. Mit Aktionen soll seine Situation verbessert werden. Die zierlichen Schönlinge fliegen jährlich von Afrika in die Schweiz, um hier ihre Brut aufzuziehen. Und sie haben dabei zunehmend einen schweren Stand. Nebst lehmig- feuchtem Boden fehlen ihnen auch geeignete Hauswände für den Nesterbau.

Spatzen als Konkurrenz

Auf dem Birchihof bei Bremgarten ist das nicht so. Hier finden die Mehlschwalben alles, was sie brauchen. Seit vielen Jahren wählen sie das Bauerngut deshalb als Sommerresidenz. Nun haben sie aber Konkurrenz erhalten. Die Spatzen nutzen seit zwei Jahren die von den Schwalben erbauten Nester als Winterschlafplatz. Das hat Folgen. «Sie zerstören die Behausungen und verschmutzen sie», sagt Ernst Badertscher.

Der Landwirt vom Birchihof hat dies auch seinem Schwager Hansruedi Bigler erzählt und gleich noch etwas angefügt: «Aschi, mach etwas, du bist doch beim Kleinzüchterverein.» Die Aufforderung blieb nicht ungehört. Bigler trug das Anliegen dem Kleinzüchterverein Wohlen-Zollikofen vor und kontaktierte den Verein Natur- und Vogelschutz Wohlen (NVW). Gemeinsam wurde nun nach einer Lösung gesucht.

«Als wir hörten, dass der Schweizer Vogelschutz die Mehlschwalbe als Vogel des Jahres 2010 bestimmte, kam uns das natürlich sehr entgegen», sagt Bigler, «wir hatten nun eine ideale Werbeplattform für unser Anliegen.» Die Involvierten waren sich schnell einig, dass solidere Nester aus der Vogelwarte Sempach das Problem entschärfen könnten. Diese Behausungen waren aber nicht gratis, und so entschlossen sich die Verantwortlichen, ein Sponsoring zu organisieren. Wer dreissig Franken einbezahlte, finanzierte damit ein Nest aus Beton, Kalk und Schilf. Diese Behausung kann von den Spatzen nicht zerstört werden. Gestern wurden diese Nester nun von Helfern installiert. Unter den Augen von Medienvertretern montierten die Männer der beiden Vereine die Halbkugeln an vorgefertigte Bretter, die in Montageschienen eingeführt werden konnten. «Dieses System hat Ruedi Studer aus Mörigen für uns ausgetüftelt», sagt Bigler. «Es ermöglicht uns, die Behausungen im Herbst herauszunehmen, zu reinigen und in Kisten zu überwintern.»

Noch im Anflug

Noch sind die Mehlschwalben nicht auf dem Birchihof eingetroffen. Doch spätestens auf Ende Monat werden sie hier unter den Dachbalken zirpen und mit akrobatischen Flügen Mücken und Fliegen fangen. Der Mai wird auch die Zeit der ersten Brut sein. Das Weibchen legt jeweils vier bis fünf Eier, und nach zirka sechzehn Tagen ist der Nachwuchs da. Dann wird es auf dem Birchihof hoch zu- und hergehen. Hungrige Mäuler müssen gestopft werden, bevor der Platz für eine zweite Brut frei wird.

Nummern zur Erkennung

Wer will, kann dieses Treiben beobachten. «Gäste sind herzlich willkommen», sagt Landwirt Badertscher. Diese Gelegenheit werden sicher auch einige Sponsoren nutzen. Nummern an den Nestern geben den Hinweis darauf, wer die Behausung für das Schwalbenpaar erworben hat. Vor Ort kann dann mitverfolgt werden, ob schon Nachwuchs geschlüpft ist und kräftig nach Futter schreit. «Neunzig Halbkugeln sind bereits finanziert, zehn können noch gekauft werden», sagt Bigler.

Wer ein Nest finanzieren möchte, kann sich bei H. Bigler, Bergweideweg 57b, 3044 Innerberg, schriftlich melden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.04.2010, 11:00 Uhr

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