Riggisberg

Abegg-Stiftung wieder offen für Besucher

RiggisbergNach einer mehr als zweijährigen Bauzeit öffnet die Abegg-Stiftung am Sonntag ihre Türen wieder fürs Publikum. Der Ausstellungstrakt für die Kunstsammlung wurde komplett erneuert.

Die Dauerausstellung der Abegg-Stiftung nimmt langsam Formen an. Konservatoren packen mit Handschuhen und grösster Sorgfalt die kostbaren Ausstellungsstücke ?aus. Die Ausstellung wird am Sonntag nach dem mehr als zweijährigen Umbau wieder eröffnet.

Die Dauerausstellung der Abegg-Stiftung nimmt langsam Formen an. Konservatoren packen mit Handschuhen und grösster Sorgfalt die kostbaren Ausstellungsstücke ?aus. Die Ausstellung wird am Sonntag nach dem mehr als zweijährigen Umbau wieder eröffnet. Bild: zvg

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Auf dem hellen Eichenparkett liegen blaue Gummimatten, rote Kisten mit kostbarem Inhalt werden darauf hereingefahren. Konservatoren nehmen mit Handschuhen sorgsam die Ausstellungsobjekte hinaus, drapieren sie auf den Wandborden oder in den Glasvitrinen. Die meisten Rahmen mit den grossen und kleineren Textilien sind bereits an den Wänden montiert. Der Endspurt in der Abegg-Stiftung läuft derzeit: Am 18.September öffnet die Ausstellung in Riggisberg nach über zweijähriger Bauzeit ihre Türen wieder für das Publikum.

Entstanden ist ein neuer Ausstellungstrakt für die Textilsammlung, die weltweit Ansehen geniesst. Zusätzlich werden auch andere Werke der angewandten Kunst, Malerei und Plastik ausgestellt. Diese stammen – wie der Grundstock der textilen Werke – aus der Privatsammlung von Werner und Margaret Abegg. Das Paar hat die Stiftung gegründet (siehe Kasten).

Die Decke bringt das Licht

Textilien sind heikel, sie ertragen nur wenig Licht. Aus diesem Grund spielte beim neuen Anbau die Beleuchtung eine grosse Rolle. Wer nun den weitläufigen Raum betritt, ist zuerst ein bisschen irritiert vom grauen Dämmerlicht, das durch die Lichtdecke auf die Ausstellung scheint. Doch schnell haben sich die Augen daran gewöhnt. Für die weisslich schimmernde Decke wurden Tausende LED-Lämpchen hinter Milchglas versteckt. Die Objekte werden zusätzlich mit einzelnen Spots zur Geltung gebracht.

Für Stiftungsdirektorin Regula Schorta ist das dämmrige Licht ein enormer Fortschritt: «Vor dem Umbau war die Ausstellung viel dunkler, beinahe eine Höhle. Die neue Technik erlaubt uns, das Licht stufenlos zu verändern, auch im Farbton.» Gleichzeitig würden aber die wertvollen Exponate geschützt.

Durchgänge nach Themen

Nebst der Beleuchtung im Ausstellungsraum, der praktisch ohne Stützen auskommt, ist auch die Aufteilung komplett neu. Statt einzelner Räume gliedern grosse Wandelemente den Rundgang. Sie lassen immer wieder Durchgänge zu anderen Abteilungen offen. Gesamthaft gesehen ordnen sich die Objekte entlang der Zeitachse, die in Längsrichtung durch den Raum verläuft. Quer dazu präsentiert sich die Anordnung aufgrund der geografischen Herkunft der Textilien. Auf diese Weise will die Abegg-Stiftung die Zusammenhänge und Einflüsse, welche die Kulturen aufeinander hatten, sichtbar machen. «Dank der Seidenstrasse hatte beispielsweise die chinesische Kultur enormen Einfluss auf Europa. Die Stilformen gehen teils ohne Brüche ineinander über», erklärt Schorta.

Ganz hinten im Raum ist eine Fläche von 200 Quadratmetern für Wechselausstellungen vorgesehen. Darauf wird dieses Jahr noch verzichtet, da die Ausstellung bereits am 13.November in die Winterpause geht. Dafür werden Bilder des Umbaus zu sehen sein.

25 Millionen Franken verbaut

Der gesamte Neu- und Umbau hat rund 25 Millionen Franken gekostet. Die Abegg-Stiftung konnte die Kosten selbst übernehmen. Dabei wurde die Ausstellungsfläche um zehn Prozent vergrössert. Der Grund des Umbaus war nicht, mehr Platz zu schaffen, sondern die Kunstwerke in einer modernen Umgebung präsentieren zu können.

Zeitgleich mit dem Umbau wurde das neue Gebäude unterkellert. Diese Räume dienen als Depots für die Kunstwerke und als Bibliotheksmagazin. Ein Teil des mit Tuffstein verkleideten neuen Trakts hat zudem einen ersten Stock, wo zusätzliche Räume für die Restaurierungsabteilung und Büros entstehen. «Der neu geschaffene Raum ermöglicht uns, während der nächsten Jahre ohne Platzprobleme zu arbeiten», sagt Direktorin Schorta, bevor sie sich der Frage widmet, in welche Richtung eine Robe in einer Vitrine gedreht werden soll. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.09.2011, 06:56 Uhr

Eröffnung

Sonntag, 18.September, 14 Uhr. Die Ausstellung ist bis 13.November täglich von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet. Eintritt für Erwachsene 10 Franken, AHV-Bezüger 5 Franken, Schulen, Studierende und Kinder bis 16 Jahre gratis.

Abegg-Stiftung

Die Abegg-Stiftung in Riggisberg wurde 1961 von Werner und Margaret Abegg gegründet.

Der 1984 verstorbene Textilindustrielle Abegg hatte eine umfangreiche Privatsammlung alter Gewebe angelegt, welche den Grundstock für die Stiftung bildete. Im Jahr 1967 verlegte er die Sammlung nach Riggisberg in eigens erbaute Museumsräumlichkeiten.

Die Stiftung hat zum Zweck, die Sammlung weiter auszubauen und in einem Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein weiterer Zweck ist die Konservierung und Restaurierung von Textilien. Dazu bietet die Abegg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste einen eigenen Studiengang an der Fachhochschule an. Ferner fungiert die Stiftung als Verlegerin von Fachliteratur, hat eine eigene wissenschaftliche Bibliothek und sponsert seit 2009 eine Professur für Geschichte der textilen Künste an der Universität Bern.

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