8 Millionen für Schule und Kindergarten

Herrenschwanden

Das Schulhaus und der Kindergarten in Herrenschwanden sind zu klein und müssen saniert werden. An einem Orientierungsabend wurde vor allem über die steigenden Schülerzahlen diskutiert.

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Auf die Gemeinde Kirchlindach kommt ein grosser Brocken zu. Die Schulanlage im Dorfteil Herrenschwanden platzt aus allen Nähten und ist stark sanierungsbedürftig. Im Kindergarten sollte eine zweite Klasse eröffnet werden.

Seit 1 Jahr arbeitet eine Spezialkommission Grundlagen für zwei Projekte aus. Am Mittwochabend wurden die Absichten für die Schulanlage präsentiert. 7,8 Millionen Franken kosten die geplanten Anbauten und die Sanierung.

Veränderte Anforderungen

«Die Anforderungen der Schule an Unterrichtsräume haben sich grundlegend geändert», sagte Ursula Tschannen, Lehrerin in Herrenschwanden und Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Bern. Heute würden verschiedenste Lernformen angewandt, wie Präsentationen, Rollenspiele, Bewegung, Tanz, Gruppenarbeiten, Leseclub. Dafür müssten Räume vorhanden sein.

«Meistens finden wir einen Raum», so Tschannen, «aber der Aufwand für die Suche ist gross, und die Räume sind oft nicht geeignet. Zum Beispiel, weil freier Platz fehlt oder Stühle und Pulte für jüngere Schüler zu hoch sind.» Im Schulhaus Herrenschwanden sollten deshalb viel mehr Räume vorhanden sein.

Dazu kommt, dass die Schülerzahlen in Herrenschwanden seit Jahren steigen. Neue Überbauungen und Generationenwechsel in den Siedlungen Halen und Thalmatt werden diesen Trend verstärken. Der Gemeinderat möchte deshalb den Kindergarten mit einem Anbau erweitern, damit 2015 eine zweite Klasse eröffnet werden kann. Kostenpunkt: 1,7 Millionen Franken.

Nachholbedarf ist gross

Das Projekt Schulhaus wird um einiges teurer, denn die Gebäude müssen dringend saniert werden. Hans Rubin, Präsident der Spezialkommission, zeichnete ein düsteres Bild des aktuellen Zustands. Die Leitungen sind verkalkt oder verrostet, weshalb alle Heizungs- und Wasserrohre ersetzt werden müssen. Auch die Statik der Gebäude muss verstärkt werden, damit sie erdbebensicher sind. In der Turnhalle sammelt sich zudem Feuchtigkeit.

Aufwendig gestaltet sich die energetische Sanierung. So sind neue Fenster vorgesehen, und die Aussenmauern müssen gedämmt werden. Die Heizung steht am Ende ihrer Lebenszeit. Geplant ist eine zentrale, mit Holzpellets gespeiste Anlage, an der Schulgebäude, Kindergarten und Lehrerhaus angeschlossen sind. Für die Warmwasserproduktion sollen Solarpanels auf dem Dach sorgen. Die geplante Sanierung kostet 3,8 Millionen Franken.

Er sei «geschockt» über den Zustand der Gebäude, sagte ein Votant. «Wurde das Schulhaus zu wenig gut unterhalten?», fragte er. Hans Rubin musste ihm recht geben: «Es stimmt, der Unterhalt wurde vernachlässigt.» In den letzten Jahren hätten jährlich 300'000 bis 500'000 Franken dafür aufgewendet werden müssen.

Neuer Anbau an Schule

Nebst der Sanierung schlägt der Gemeinderat einen Anbau auf der Ostseite des Schulhauses für 1,7 Millionen Franken vor. Dieser kann den Raumbedarf von gut 400 Quadratmetern decken. Der Pavillon auf dem Pausenplatz soll während der Bauzeit weiter benutzt, aber danach nicht mehr verwendet werden.

In der Fragerunde ging es auch um den künftigen Platzbedarf. Es wurden Zweifel laut, ob die Schulräume in 10 bis 15 Jahren noch nötig seien. «Wenn nein, wäre eine schlankere Variante besser», sagte ein Votant. Ihm widersprachen mehrere. Durch die neuen und die geplanten Siedlungen in Herrenschwanden werde es künftig deutlich mehr Kinder haben. «Es wird einen Knall geben», so ein Thalmatt-Bewohner. Es sei anzunehmen, dass in den älteren Siedlungen viele junge Familien einzögen.

Über die Zukunft der Schulanlage entscheidet die Gemeindeversammlung am 1.Dezember. Beantragt wird vorerst ein Baukredit von 1,7 Millionen Franken für den Kindergartenanbau und ein Projektierungskredit fürs Schulhausprojekt von 100'000 Franken.

Berner Zeitung

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