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76 Seifenkisten rasen um die Wette

Dieses Wochenende fahren rund 76 Seifenkisten den Klösterlistutz hinunter. Am Samstag wurden Trainingsläufe durchgeführt. Am Sonntag gilt es nun ernst.

Salome Studer
<i>Am Wochenende finden am Klösterlistutz die Berner Renntage statt. Am Samstag mussten zwei Trainingsläufe absolviert werden. Video: Salome Studer</i>

Auf die Plätze, fertig, los! Kaum hat die Helferin am Start ihre karierte Fahne geschwungen, setzt sich die Seifenkiste von Lena-Sophia Käuferle und Paula Mühlethaler schon in Bewegung.

Die Gruppe hat die erste Kurve erreicht. In der Luft liegt der Geruch nach getrocknetem Gras. Der Regen tut der Stimmung keinen Abbruch. Gar Jubel bricht aus. «Hopp, hopp, hopp!» An den Banden aus Stroh stehen Eltern, Nachbarn und Bekannte der beiden Stadtberner Seifenkistenfahrerinnen. Die Rollen sind klar verteilt: Paula Mühlethaler, die zum zweiten Mal an den Grossen Berner Renntagen teilnimmt, sitzt hinter dem Steuer, Lena-Sophia Käuferle schiebt die Kiste an. Sie hat schon etwas mehr Erfahrung als ihre Freundin. Gemeinsam schlängeln sie sich auf ihrem gelben Fahrzeug um die Bäume am Klösterlistutz.

«Unsere Seifenkiste ‹Dagobert Duck auf Hochtouren› haben wir innert vier Tagen gebaut», sagt Lena-Sophia Käuferle stolz. Das sei schon etwas stressig gewesen. Das Material dafür hätten sie unter anderem auf einem Schrottplatz gefunden. Das Holzbrett, das als Boden dient, wurde ihnen von Bauarbeitern im Fischermätteli zur Verfügung gestellt. Das Gefährt, bemalt mit gold-gelben Münzen und grünen Banknoten, soll Dagobert Ducks Vermögen darstellen. «Dieser versucht mit seinem Geld wegzufahren, da er von den Panzerknackern verfolgt wird», erklärt Paula Mühlethaler.

Der kleine Patzer

«Das Bauen der Seifenkisten hat einen hohen Stellenwert», sagt Martin Flückiger des Organisationskomitees der 34. Berner Renntage. Das Organisieren und Bauen in den Gruppen stehe im Zentrum. Das Rennen stelle somit eher eine Art Belohnung für die Jugendlichen dar.

Im oberen Bereich der Rennstrecke sind die Kurven eng, gegen Ende beruhigt sich der Lauf der Fahrbahn wieder etwas. Geschickt führen Lena-Sophia Käuferle und Paula Mühlethaler ihre Seifenkiste ins Ziel. Dort flattert erneut die schwarz-weiss-karierte Fahne im Wind.

Die Freundinnen und Nachbarinnen aus dem Fischermätteli scheinen zufrieden mit dem Resultat. «Die stark geschlängelte Strecke mit den engen Kurven haben wir gut hinter uns gebracht», sagt Lena-Sophia Käuferle. «Dort waren wir schnell», bestätigt Paula Mühlethaler. Nur in der zweiten Kurve hat es einen kleiner Patzer gegeben. Dort fuhren die beiden gegen einen Strohballen. Verletzt hat sich dabei niemand. Am Sonntag - während dem eigentlichen Rennen - gilt es dann ernst. Um auf einen der vorderen Ränge zu fahren, dürfen solche Fehler dann allerdings nicht mehr passieren.

Am Sonntag beginnt der erste Lauf um 11 Uhr. Ab 13.15 Uhr findet der zweite und anschliessend der dritte Lauf statt. Erwartet werden rund 76 Seifenkisten-Teams, die in vier Kategorien an den Start gegen. Die schnellsten Piloten und Besitzer der schönsten Kisten werden an der Siegerehrung um 16.15 Uhr gekürt.

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