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Weniger Sitze, mehr Platz

Die 27 neuen Bernmobil-Trams aus dem Hause Stadler Rail werden länger und moderner.Im Innern gibts auf Kosten von Sitzplätzen mehr Bewegungsfreiheit.

Heller und aufgeräumter wirds im Inneren der Trams.
Heller und aufgeräumter wirds im Inneren der Trams.
PD/Stadler

Am Bernmobil-Hauptsitz am Eigerplatz herrschte am Donnerstagmittag festliche Stimmung. Grund für die Freude: Der städtische Verkehrsbetrieb unterzeichnete zusammen mit Vertretern von Stadler Rail den Vertrag für die 27 neuen Trams, welche der Schienenfahrzeughersteller aus dem Thurgau für Bern liefern wird.

130 Millionen Franken kosten die 20 Zweirichtungstrams und 7 Einrichtungsfahrzeuge des Typs Tramlink. Vereinbart wurde zudem eine Option für den Kauf von weiteren 23 Fahrzeugen. Diese sollen insbesondere den zusätzlichen Bedarf für das Tram Bern–Ostermundigen im Zeitraum 2027 abdecken. Für Bernmobil ist es die grösste Beschaffung in ihrer Geschichte.

Zurück zu Holzsitzen

Zu besichtigen gab es an der Medienkonferenz vom Donnerstag die neuen Trams noch nicht. Denn diese müssen erst gebaut werden. Dies geschieht ab 2021. Zwei Jahre später sollen die ersten Stadler-Fahrzeuge dann durch Bern fahren. Sie werden die in die Jahre gekommenen RBS- und Vevey-Trams ersetzen. Trotzdem präsentierten Vertreter von Stadler Illustrationen, wie ihr neuer Wurf für die Bundeshauptstadt aussehen wird: Die Edelstahl­gefährte behalten ihre rote Farbe und sind durchgängig niederflurig. Die Verantwortlichenbetonten dabei die «hohe Umweltverträglichkeit», so wird etwa CO2 als Kältemittel in der Klimaanlage genutzt.

Modern und in typischem Bernmobil-Rot: So werden die neuen Berner Niederflurtrams dereinst aussehen. Visualisierungen: Stadler
Modern und in typischem Bernmobil-Rot: So werden die neuen Berner Niederflurtrams dereinst aussehen. Visualisierungen: Stadler

Die 42,5 Meter langen Trams bieten bis zu 260 Fahrgästen Platz. Sie sind also etwas länger als die Vevey-Trams (31 Meter) und die RBS-Fahrzeuge der Linie 6 nach Worb (40 Meter). Die auffälligsten Änderungen finden indes im Innern statt. Heller und aufgeräumter soll es dort sein. Auf Podeste wird verzichtet. Dank eines «barrierefreien Innenraums» soll der Fahrgastfluss verbessert werden. Die grosszügige Raumgestaltung hat ihren Preis. So werden etwa weniger Sitzplätze zur Verfügung stehen. In Zweirichtungstrams sind es 52 Sitze. Diese werden neu aus Holz sein – im Gegensatz zu jenen aus den 80er-Jahren jedoch in einem hellen Farbton.

«Der Kanton Bern war für Stadler Rail schon immer eine Erfolgsgeschichte.»

Peter SpuhlerVerwaltungsratspräsident Stadler Rail

In den Augen von Verkehrsdirektorin Ursula Wyss sind die neuen Trams «ein weiterer Meilenstein für eine nachhaltige Mobilität in der Stadt». Sie würden den öffentlichen Verkehr attraktiver machen, so die Gemeinderätin, die auch Verwaltungsratspräsidentin von Bernmobil ist.

Mit Spuhler und Egger

Bei der feierlichen Vertragsunterzeichnung war Stadler Rail gleich mit einer Fünferdelegation vertreten. Sogar Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler war zugegen. Gemäss eigenen Aussagen verschob der Ex-SVP-Nationalrat extra einen Termin in Berlin, um dabei zu sein. Nach Basel, Genf und Zürich ist Bern nun die vierte Schweizer Grossstadt, welche ihre städtischen Trams bei Stadler bezieht. «Der Kanton Bern war für Stadler Rail schon immer eine Erfolgsgeschichte», sagte ein sichtlich gut gelaunter Peter Spuhler.

Stadler-Präsident Peter Spuhler, flankiert von VR-Mitglied Barbara Egger und Gemeinderätin Ursula Wyss.Foto: Franziska Rothenbühler
Stadler-Präsident Peter Spuhler, flankiert von VR-Mitglied Barbara Egger und Gemeinderätin Ursula Wyss.Foto: Franziska Rothenbühler

Er verweist auf die Aufträge für die Jungfraubahn, den RBS (Manda­rinli) oder die BLS (Mutz). Flankiert wurde der Stadler-Präsident von Barbara Egger. Dieehemalige kantonale Verkehrsdirektorin fand nach ihrem Rücktritt im letzten Jahr Unterschlupf im Verwaltungsrat von Stadler Rail. Es war nicht der einzige Coup von Spuhler. Ebenfalls dieses Jahr holte der gewiefte Netzwerker auch Alt-Bundesrätin Doris Leuthard an Bord seines Unternehmens.

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