25 Jahre strampeln im Wasser

Bern

Die Gründer der Firma Aquateam feiern morgen im Weyermannshaus das 25-Jahr-Jubiläum ihrer Wasser-Fitness-Kurse. Und diese sind immer noch gefragt.

Kann genauso anstrengend sein wie ein Lauftraining: Ein Aquagym-Kurs in Hinterkappelen.

Kann genauso anstrengend sein wie ein Lauftraining: Ein Aquagym-Kurs in Hinterkappelen.

(Bild: Urs Baumann)

«Wir haben 1993 mit unserer Idee wohl den richtigen Zeitpunkt getroffen», vermutet Edith Locher. Zusammen mit ihrem Ehepartner Matthias Brunner hat sie vor 25 Jahren das Aqua­team Bern gegründet, eine Firma, die Sportkurse anbietet – und zwar Sportkurse im Wasser.

Neu an diesen Kursen war: Die beiden diplomierten Sportlehrer wollten nicht einfach eine neue Trendsportart nach Bern bringen. Und sie wollten auch nicht Markus Ryffel nachahmen, der einige Jahre zuvor mit Aquafit das Laufen im tiefen Wasser von Amerika in die Schweiz importiert hatte. Sie hatten auch nicht vor, Altersturnen im Wasser anzubieten, sondern ein wirksames und durchaus auch anstrengendes Fitnesstraining für alle.

«Es war ein guter Entscheid, nicht auf eine Modeströmung zu setzen, wie das viele Fitness­zentren machen», sagt Matthias Brunner rückblickend. «So müssen wir nicht immer wieder etwas Neues bieten, sondern machen einfach das, was wir am besten können: nämlich Fitnessübungen im Wasser.» Das hat einen weiteren Vorteil: «Wir brauchen nicht immer wieder neue Geräte. Wir haben immer dasselbe: das Wasser», sagen die beiden Sportlehrer.

Das heisst jedoch keineswegs, dass Edith Locher und Matthias Brunner in ihren 125 Kursen pro Woche immer wieder die gleichen Übungsprogramme vorzeigen. Auch wenn die beiden mittlerweile Hunderte von verschiedenen Kurslektionen samt der dazu passenden Musik ausgearbeitet haben, erfinden sie auch nach 25 Jahren immer wieder neue Lektionen. «Das werde ich sicher weiter so machen, solange ich noch Ideen habe», sagt Matthias Brunner und fügt lachend hinzu: «Und davon habe ich noch ganz viele.»

Häufig unterschätzt

Die Programme, welche die rund 40 Kursleiterinnen und Kursleiter des Aquateams den Teilnehmern vorzeigen, hat das Ehepaar Brunner/Locher noch nie in seinem Büro in Bümpliz zusammengestellt. «Da würden wir gar nicht merken, ob sich die Übungen fürs Wasser eignen und ob die Musik dazu stimmt», erklärt Matthias Brunner.

Das sei nämlich oft eine Schwachstelle bei Wassergymnastik: In manchen Kursen ­würden «Land»-Übungen zu «Land»-Musik gemacht. Doch fürs Wasser seien dann diese Übungen und diese Musik zu schnell. Deshalb steigt Matthias Brunner für jede neue Lektion mit dem Kopfhörer selber ins Wasser und notiert sich die Übungen am Beckenrand auf dem wasserdichten Notebook.

«Viele Leute unterschätzen Wasserfitness», hat Edith Locher in den letzten 25 Jahren immer wieder festgestellt. Sie stellten sich vor, dass das ein Training für Gebrechliche oder Verletzte sei. Dabei sei es ein Vorurteil zu glauben, nur weil Wasser weich ist, sei es auch weniger hart, darin zu trainieren. «Man kann sich im Wasser genauso anstrengen wie auf Langlaufski oder beim Laufen», sagt Matthias Brunner.

Mit vier Aquagym-Kursen legten Edith Locher und Matthias Brunner den Grundstein ihrer Firma. Schon bald nahmen die Teilnehmerzahlen zu. «Um das Jahr 2000 explodierten sie regelrecht», erinnert sich Edith Locher. 2200 Personen unterrich­teten sie, ihr Mann und ihre Mitarbeiter damals pro Woche. Derzeit sind es 1500 Leute, die das Programm wöchentlich absol­vieren.Aquafestzum Jubiläum des Aquateams: Samstag ab 13 Uhr im Freibad Weyermannshaus (Verschiebedatum bei schlechtem Wetter: 25. 8.) Infos unter www.aquafest.ch.

Berner Zeitung

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