20'000 Unterschriften für Gartenbauschule, 5000 für Griechisch

Der bernische Grosse Rat hat am Dienstag gleich zwei Petitionen erhalten, mit denen sich Bürger gegen Massnahmen der kantonalen Aufgaben- und Strukturüberprüfung (ASP 2014) aussprechen.

Der bernische Grosse Rat erhielt am Dienstag aufgrund der geplanten Sparmassnahmen zwei Petitionen eingereicht.

Der bernische Grosse Rat erhielt am Dienstag aufgrund der geplanten Sparmassnahmen zwei Petitionen eingereicht. Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Die beiden Petitionen beziehen sich auf den Erhalt der Gartenbauschule Oeschberg, sowie den Griechisch-Unterricht an den Gymnasien. Die Petition für den Erhalt der Gartenbauschule bei Koppigen reichte der Förderverein dieser Institution ein. Vertreter überreichten dem Grossen Rat 20'000 Unterschriften, wie der Förderverein am Dienstag mitteilte.

Die Petition zum Erhalt des Schwerpunktfachs Griechisch an den kantonalen Gymnasien stammt vom Schweizerischen Altphilologenverband und der Fachschaft Latein und Griechisch des Kantons Bern. Diese beiden Organisationen haben laut einer Mitteilung 5000 Unterschriften übergeben. Der Spareffekt durch den Verzicht auf das Fach stehe in keinem Verhältnis zum Verlust, der durch die Aufgabe der humanistischen Tradition entstünde, schreiben sie.

Sparideen von Regierung und Finanzkommission

Der bernische Grosse Rat beginnt am Mittwoch mit der Beratung des grossen ASP-Sparpakets, das die Finanzen des Kantons Bern künftig pro Jahr um bis zu 490 Millionen Franken entlasten soll. Zu einem der gut 90 Sparvorschläge, welche die Kantonsregierung dem Grossen Rat vorlegt, gehört auch die Streichung des Griechisch-Unterrichts.

Als politisch nicht machbar erachtete hingegen die Kantonsregierung die Idee, die Gartenbauschule Oeschberg zu schliessen. Sie erwog zwar diese Massnahme, teilte sie aber letztlich dem Topf jener Massnahmen zu, welche sie für nicht verantwortbar hält. In einer Planungserklärung schlägt nun aber die Finanzkommission des Grossen Rats dem Kantonsparlament vor, der Gartenbauschule eine andere Trägerschaft zu geben. Es gehöre nicht zu den Kernaufgaben eines Kantons, eine solche Schule zu führen.

Der Förderverein der Gartenbauschule Oeschberg hält dagegen, die bei Koppigen gelegene Schule biete 120 Ausbildungsplätze. Sämtliche Auszubildende des Kantons im Gärtnerberuf besuchten dort ihre überbetrieblichen Kurse. Die 20'000 Unterschriften zeigten, dass die Schliessung in der Bevölkerung «überhaupt nicht verstanden würde». Die Finanzkommission schlägt die Schliessung als Kompensation für Massnahmen vor, welche sie ablehnt - etwa solche, die zu Lasten von Behinderten gingen. (asg/sda)

Erstellt: 19.11.2013, 20:04 Uhr

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