1000 Antifaschisten marschierten durch Bern

Bern

In der Berner Innenstadt haben am Samstagabend rund 1000 Personen am zehnten antifaschistischen Abendspaziergang teilgenommen. Die Kundgebung verlief weitgehend friedlich.

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Die Teilnehmenden wollten nach eigenen Angaben ein Zeichen «gegen Staat, Kapital und Faschismus» setzen. Kurz nach 20.00 Uhr setzte sich der beachtliche Demonstrationszug bei der Heiliggeistkirche in Bewegung. Auf dem Marsch durch die Stadt wurden via Lautsprecher Neonazi-Übergriffe der letzten zehn Jahre verlesen, als Zeichen dafür, dass es die antifaschistische Bewegung brauche und der Kampf weitergehe, wie Redner sagten.

Einer der Sprecher führte aus, dass sich die «Antifa-Bewegung» in Zukunft verstärkt dem antikapitalistischen Kampf widmen wolle. «Antikapitalistisch vorangehen, statt der Welt beim Untergang zusehen», rief der Sprecher das Motto der Kundgebung in Erinnerung.

Polizei im Hintergrund

Ihren Anliegen verschafften die teilweise vermummten Demonstranten Nachdruck mit Transparenten, Knall- und Feuerwerkskörpern sowie Rauchpetarden. Die Polizei hielt sich am Samstagabend im Hintergrund. Wie sie am Sonntag in einem Communiqué mitteilte, verlief die Kundgebung «weitgehend friedlich». Es kam allerdings zu Sachbeschädigungen, vor allem durch Sprayereien. Zudem wurden drei abgestellte Fahrzeuge beschädigt.

Nach der Schätzung einer SDA-Journalistin vor Ort versammelten sich etwas über 1000 Leute, die Kantonspolizei Bern sprach auf Anfrage von gegen 1000 Teilnehmenden.

Ins Leben gerufen hat die antifaschistischen Spaziergänge seinerzeit die Gruppierung «Bündnis gegen Rechts». Die «Antifa»- Spaziergänge erhitzen seither immer wieder die Berner Gemüter.

In der Vergangenheit Katz-und-Maus-Spiele

In der Vergangenheit arteten die «Spaziergänge» nicht selten in gewalttätige Ausschreitungen aus. Es kam zu stundenlangen Katz-und- Maus-Spielen mit der Polizei. Brennpunkt des Geschehens war meist das Quartier rund um die Berner Reithalle, wohin sich die Antifa- Aktivisten gerne zurückzogen.

Auf politischer Ebene gab es zahlreiche Versuche, den «Demo- Chaoten» den Riegel zu schieben. Auch die Frage der Bewilligung solcher Kundgebungen gab immer wieder Anlass zu grossen Diskussionen in der Öffentlichkeit.

Allen Unkenrufen zum Trotz haben sich die «Antifa»-Spaziergänge aber gehalten. In jüngster Zeit sind die Veranstaltungen meist recht friedlich über die Bühne gegangen.

tan/jam/sda

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