100 neue Plätze für Flüchtlinge in Niederscherli

Niederscherli

Ab 1. November wird die Gemeinde Köniz in der Zivilschutzanlage Bodengässli 100 Asylsuchende unterbringen. Die Gemeinde hatte dem Kanton schon im Sommer Hilfe angeboten.

Die Gemeinde Köniz stellt dem Kanton Bern ab 1. November in Niederscherli bis zu 100 zusätzliche Plätze zur Unterbringung von Asylsuchenden zur Verfügung. (Symbolbild)

Die Gemeinde Köniz stellt dem Kanton Bern ab 1. November in Niederscherli bis zu 100 zusätzliche Plätze zur Unterbringung von Asylsuchenden zur Verfügung. (Symbolbild)

(Bild: Urs Baumann)

Seit längerer Zeit beherbergt die Gemeinde Köniz in der 70-plätzigen Kollektivunterkunft Sandwürfi rund 70 Asylsuchende. «Weitere könnten möglicherweise in einem leer stehenden Haus im Zentrum untergebracht werden», sagt Gemeindepräsident Ueli Studer (SVP). Das sei aber erst eine vage Idee.

Konkret ist dagegen der Plan, die Zivilschutzanlage Bodengässli in Niederscherli für rund 100 Asylsuchende zu öffnen. Die Gemeinde Köniz hatte dem Kanton schon im Sommer ihre Hilfe angeboten, damit Menschen, die nach ihrer Flucht in der Schweiz ein Asylverfahren durchlaufen, ein Obdach erhalten. Da die 32 Kollektivunterkünfte im Kanton seit längerem überbelegt sind, ist die Situation angespannt.

Köniz stellt die Anlage Bodengässli auf eigene Initiative zur Verfügung. Die Heilsarmee-Flüchtlingshilfe wird die Asylsuchenden in Niederscherli betreuen. Der Betrieb im angrenzenden Schulhaus Bodengässli wird normal weitergeführt. Die Kantonspolizei unterstützt die Gemeinde und die Betreiberin der Unterkunft bei der Gewährleistung der Sicherheit rund um die Anlage.

Brief an die Bevölkerung

Um die Bevölkerung in Niederscherli zu orientieren, hat die Gemeinde gestern an alle Haushalte einen Brief verschickt. Dieser kam gut an. «Bereits habe ich ein halbes Dutzend positive Rückmeldungen erhalten», freut sich Gemeindepräsident Studer.

Eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung liege dem Gemeinderat am Herzen. Deshalb findet nächste Woche in der Aula des Schulhauses Bodengässli ein Informationsabend statt, bei dem Vertreter der Gemeinde und des Migrationsdienstes anwesend sein werden. Für weitere Fragen kann sich die Bevölkerung an die Geschäftsstelle der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe wenden. Diese bereitet derzeit die Anlage in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Migrationsdienst für die Neuankömmlinge vor.

Die unterirdische Zivilschutzanlage Stapfen, die zuvor ebenfalls als Flüchtlingsunterkunft ins Auge gefasst wurde, ist jetzt kein Thema mehr. Sie wäre nur als Notlösung nutzbar. «Die Anlage ist vermietet und zudem schlecht zugänglich», sagt Ueli Studer.

Berner Zeitung

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