1,6 Millionen für Pilotversuch für Abfallsammelsystem

Bern

Der Berner Stadtrat unterstützt den Pilotversuch für ein neues Abfallsammelsystem. Bernerinnen und Berner sollen den Abfall versuchsweise in bis zu fünf farbigen Säcken sammeln und jederzeit in Containern ablegen können.

In einem einjährigen Pilotprojekt werden rund 2500 Haushalte Papier, Büchsen, Aluminium, Kunststoffe und eventuell auch Glas Zuhause in verschieden farbigen Abfallsäcken sammeln.

In einem einjährigen Pilotprojekt werden rund 2500 Haushalte Papier, Büchsen, Aluminium, Kunststoffe und eventuell auch Glas Zuhause in verschieden farbigen Abfallsäcken sammeln.

(Bild: Keystone)

«Bern steht vor einer Ghüder-Revolution», sagte Franziska Grossenbacher (GB) am Donnerstag vor dem Stadtrat. Das sogenannte Farbsack-Trennsystem gibt es schon in sechzehn europäischen Städten wie Oslo und Nantes, in der Schweiz ist es jedoch ein Novum. Was ganz gross werden soll, will die Stadt Bern deshalb zuerst im Kleinen testen.

24/7 Abfall entsorgen

In einem einjährigen Pilotprojekt werden rund 2500 Haushalte Papier, Büchsen, Aluminium, Kunststoffe und eventuell auch Glas Zuhause in verschieden farbigen Abfallsäcken sammeln. 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche können die Teilnehmenden den Abfall vor dem Haus in einen Container legen. «Es ist ein Wechsel von einem Bring- zu eine Holsystem», erklärte Gemeinderätin Ursula Wyss. Starten soll der Versuch im Sommer 2018.

Im gesprochenen Verpflichtungskredit einberechnet sind die Kosten für das Pilotprojekt, dessen Auswertung sowie eine Übergangsphase danach. Zudem wird die Stadt für 130'000 Franken neue Container beschaffen.

Das System ist innovativ, nachhaltig und durchdacht, war sich die grosse Mehrheit im Stadtrat einig. Umstritten war, ob der Kredit für die Übergangsphase bewilligt werden soll. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen einem Versuch und dessen Umsetzung, argumentierten FDP und GLP.

Geschenke für Teilnehmende gestrichen

Es wäre komisch, wenn das Projekt unterbrochen werden müsste, wenn es gut läuft, entgegnete die Ratslinke. Der Kredit würde zudem nur gesprochen, falls das Projekt auch erfolgreich ist. Die SVP lehnte den Pilotversuch komplett ab. Die Partei warnte vor einem «drohendem Obligatorium für alle».

Gestrichen hat der Stadtrat geplante Geschenke an die Teilnehmenden. In einer rot-grünen Stadt sei es eine Selbstverständlichkeit, dass bei Umweltprojekten genügend Freiwillige gefunden werden, war die Mehrheit der Parlamentarier überzeugt. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, den Versuch nicht quartierweise, sondern mit einer bestimmten Anzahl Liegenschaften auf freiwilliger Basis durchzuführen.

Geplant ist, im Versuchs-Abfuhrkreis A die Wertstoff-Säcke und die Säcke mit dem normalen Hauskehricht in zwei verschiedenen Containern zu sammeln. Im Versuchs-Abfuhrkeis B wird alles in denselben Container geworfen. Erst in einer zweiten Phase des Versuchs wird die Glas-Sammlung getestet.

Ab 2022 in der ganzen Stadt?

Schon klar ist dem Berner Gemeinderat, dass in der Altstadt eine flächendeckende Containerpflicht unter anderem aus denkmalpflegerischen Gründen nicht möglich ist. Parallel zum Pilotversuch werden deshalb für dieses Gebiet andere Lösungen geprüft. Vorausgesetzt der Pilotversuch ist erfolgreich und das Volk stimmt dem neuen System zu, könnte die Farbtrennung ab 2022 für die ganze Stadt eingeführt werden.

sih/sda

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