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Bei den blau-gelben Wichtelmännchen

Oberbipp130 Leute arbeiten seit dem 1.Mai im neuen Volg-Verteilzentrum. Sie sorgen dafür, dass auch die Bevölkerung in 300-Seelen-Dörfern noch einen Salatkopf und ein Kotelett kaufen kann.

Eine der 130 Mitarbeiterinnen von Betriebsleiter Erich Ackermann im neuen Volg-Verteilzentrum ist Yvonne Lerjen. Täglich steht sie mit den Detailhändlern der 400 Verkaufsstellen in Kontakt und informiert sie, was sich an der «Obst- und Gemüsefront» tut. Um die Kunden kompetent beraten zu können, nimmt sie bei Arbeitsbeginn einen Augenschein in den Kühlräumen. Sie weiss dadurch genau, ob die Aprikosen heute eher klein oder gross und der Broccoli oder der Blumenkohl im Moment ausserordentlich schön sind. Für das Füllen der Lagerräume sind die Einkäufer verantwortlich. Einer von ihnen ist Thomas Gafner. Auch beim schönsten Sonnenschein stochert er immer ein wenig im Nebel. Wie viel braucht es von welchen Produkten? Gibt es noch einmal ein sonniges Wochenende, oder ist es regnerisch? Wie war es vor einem Jahr, und sind die Schulferien vorbei? Ist die Standortbestimmung gemacht, hängen sich auch die Einkäufer ans Telefon. Jetzt geht es darum, die Lieferanten abzuklopfen. Das Ziel lautet: die gewünschte Ware zu einem guten Preis beschaffen. 1500 Frischprodukte Für das Bereitstellen der von den Verkaufsstellen bestellten Waren sind die Kommissionierer verantwortlich. Eingepackt in blaue Faserpelzjacken, beladen sie auf ihren Rundgängen durch die Kühlräume Rollcontainer. Was der Kunde wünscht, wird ihnen EDV-gestützt auf ein am Unterarm getragenes Gerät übermittelt. Im Durchschnitt stehen 1500 Frischprodukte im Sortiment: Molkereiprodukte, Käse, Fleisch und Wurstwaren, dazu Früchte, Gemüse, Backwaren und Blumen. Die Anordnung der Produkte ist in keiner Weise zufällig. Je nach Art der Produkte sind die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit unterschiedlich. Ein weiteres Kriterium ist, wie stark ein Produkt gefragt ist. Damit unnötige Laufwege verhindert werden können, sind die «Renner» in den vorderen Gestellen, die weniger gefragten Artikel in den hinteren Bereichen. Trotzdem ist das Kommissionieren ein Knochenjob. Man läuft täglich viele Kilometer, bückt sich immer wieder, stapelt schwere und leichte Packungen auf die Rollis. 1,3 Milliarden Umsatz Sind diese beladen und etikettiert, übernehmen die Chauffeure die Ware. Sie beladen die Lastwagen und beliefern die Kundschaft. Das Einzugsgebiet des Zentrums Oberbipp ist gross. Es beginnt westlich des Bareggtunnels. Im Moment endet das «Volg-Land» noch im Seeland. Ein Sachverhalt, der sich laut Betriebsleiter Ackermann bald ändern wird. Östlich von Bern zieht es sich weit ins Oberland, bis nach Adelboden und Guttannen. Ackermann: «Beliefert wird, wer für mindestens 800 Franken Waren bestellt, so abgelegen der Ort auch sein mag.» Volg versorgt aber nicht nur die Randregionen, sondern ist je länger, je mehr in Tankstellenshops der Agglomerationen präsent. 2010 erzielte die Volg-Gruppe mit über 870 Verkaufsstellen einen Detailhandelsumsatz von knapp 1,3 Milliarden. Das Vorgängerzentrum von Oberbipp in Suhr steuerte dazu 120 Millionen bei. Für den Bau des Verteilzentrums nahm Volg in Oberbipp ein Areal von 22000 Quadratmetern in Beschlag und investierte total 28 Millionen Franken. Nach einem Jahr Bauzeit wurde der Betrieb am 1.Mai 2011 aufgenommen. Hanspeter Flückiger >

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