Zum Hauptinhalt springen

Bedroht das Chlor der Borregaard Solothurn?

Was passiert mit dem Chlor von Borregaard, wenn der Betrieb stillgelegt wird? Das interessiert auch den Kanton, denn bei unsachgemässer Lagerung besteht Gefahr für die Einwohner in der Region um das Werk.

Heute läuft die Frist des Konsultationsverfahrens der Riedholzer Firma Borregaard aus. Allgemein wird erwartet, dass die Firma, nach Prüfung der eingegangenen Vorschläge, den Betrieb schliessen wird, allenfalls mit Ausnahme des Projekts «Hefe-Süd».

Bei einer Stilllegung des Betriebs interessiert sich nicht nur die Belegschaft für die Zukunft. Auch die Umweltabteilung des Kantons, die Gebäudeversicherung und die Feuerwehr wollen einiges wissen. Sie interessiert vor allem die Zukunft des Chlors, das mit Elektrolyse gewonnen und dann tiefgekühlt gelagert wird. Dies umso mehr, als Erich Winistörfer, Chef Produktion der Borregaard, diese Woche freigestellt worden ist. Man wolle das Gespräch mit Borregaard suchen, um die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zu klären, sagt Martin Würsten, Chef des Amts für Umwelt. Grund ist die Gefährlichkeit von Chlor auf dem Areal der Borregaard.

Solothurn evakuieren?

Chlor wird – wegen seiner hohen Reaktionsfreudigkeit und seiner Wirkung als Oxidationsmittel – als Bleichmittel eingesetzt. Es besitzt aber auch zwei Eigenschaften, welche schon oft Grund für Schlagzeilen waren, dies meist im Zusammenhang mit Schwimmbädern. Auslaufendes Chlor ist giftig und kann zu Atemweg-Verletzungen führen, womit bei einem Ernstfall Evakuationen nötig sind. Zwar ist der Stoff nicht brennbar, aber explodieren kann er, wenn eine schnelle Erwärmung stattfindet. Man nennt das im Fachjargon eine Chlorknallgasreaktion.

Diese Eigenschaften haben auch den Kanton auf den Plan gerufen. Er will wissen, ob die Sicherheit auch gewährleistet ist, wenn der Betrieb allenfalls stillgelegt würde. «Sie sollen das Aggregat erst abstellen, wenn alles weg ist», sagt Martin Würsten. Man sei sich beim Kanton des Gefahrenpotenzials bewusst, fügt er bei. Eine Aussage eines ehemaligen Mitarbeiters, dass bei einem Versagen der Borregaarder Anlage auch die Stadt Solothurn evakuiert werden müsste, will Würsten nicht bestätigen, weil er die Anlage zu wenig kenne.

Dass es überhaupt so weit kommt, glaubt Roland Burren nicht. Der Fachstellenleiter Anlagensicherheit beim Kanton gibt der Borregaard gute Noten. «Es ist wohl die modernste Anlage in ganz Europa», erklärt er. Das Gebäude sei gut isoliert, ein Austritt von Chlor, sei nicht möglich. Allerdings könnten heikle Situationen nicht ausgeschlossen werden, wenn das Personal ausgedünnt werde.

«Die Sicherheit ist gewährleistet», sagt Stefan Meili, Chef der Borregaard. Im Rahmen der Konsultationsfrist hätten sich Interessenten gemeldet, deren Vorschläge nun geprüft würden. Bei der Elektrolyse handle es sich um eine ältere Installation, die aber anfangs der 90er-Jahre teilweise um- und ausgebaut und auf den damals neusten Stand der Technik gebracht worden sei.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch