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Beat Feuz hat die Olympia-Abfahrt in Sotschi im Griff

ski alpinBeat Feuz hat an seinem 25.Geburtstag den vierten Weltcupsieg gefeiert. Der Emmentaler gewann am Samstag

Die Leaderbox blieb leer. Sponsorenlogos prangten vom roten Hintergrund auf der Wand, doch für einmal lachte kein Führender von dieser Position in die Kamera. Ivica Kostelic hatte einen genialen Slalom nach einer starken Abfahrt hingelegt und hätte vor diese Wand gehört, doch der Kroate verletzte sich noch während des Slaloms am Meniskus und liess sich pflegen, anstatt in die Kamera zu winken. Nach dem Rennen wurde er in die nahe Klinik zum MRI gebracht. «Ich kenne diesen Schmerz, ich hatte ihn schon öfter, und es war meist der Meniskus», sagte Kostelic vor der Untersuchung. Feuz zollt Kostelic Respekt Um den Slalom zu Ende zu bringen und gleich zwei Siege einzufahren, dafür hatte es noch gereicht. Kostelic gewann gestern nicht nur die vierte und letzte Super-Kombination des Winters, sondern auch die kleine Disziplinenkristallkugel. Beat Feuz, sein nächster Verfolger, machte vieles richtig, aber er hatte trotzdem keine Chance auf die Krone. Einen Tag nach seinem Abfahrtssieg auf der Olympiastrecke von 2014 verlor er das Rennen um die erste von vier Kugeln, bei denen er noch mitmischte. «Ich habe das Maximum herausgeholt. Mehr war schlicht nicht möglich, der Beste hat gewonnen», zollte der Emmentaler dem Auftritt seines Gegners Respekt. Er hatte den superben Slalomlauf Kostelics auf eisiger Piste als Abfahrtserster noch im Startraum verfolgt und gewusst, dass es für einen Sieg seinerseits ein kleines Skiwunder gebraucht hätte. Doch eine Niederlage war es nicht, was Feuz gestern einstecken musste, denn die 80 Punkte für den zweiten Platz sind im Rennen um den Gesamtweltcup von grosser Bedeutung. Schönes Geburtstagsgeschenk Die Weltcuppremiere in Russland wurde so zu einer richtig erfolgreichen für Feuz, der am Samstag neben dem dritten Weltcupsieg der Saison auch noch seinen 25.Geburtstag gefeiert hatte. «Besser hätte das Weekend nicht verlaufen können», war er selbst überwältigt. Dass er die von Russi entworfene Abfahrtspiste gleich zweimal als Bester beherrschte, gibt ihm Zuversicht für die Olympischen Spiele – auch wenn es bis zu diesen noch zwei Jahre hin sind. Für den Geburtstag gab es im Hotel am Samstag zwar eine Torte, doch das Feiern wolle er bis in den Frühling verschieben, meinte Feuz. Daran tat und tut er gut, denn mit der Konstanz, die er in den letzten Monaten an den Tag respektive auf den Schnee legte, bringt er sich im Gesamtweltcup in eine immer bessere Situation. Bereits den zehnten Podestplatz des Winters holte er gestern; dafür, dass er vor dieser Saison erst zwei solche auf seinem Konto gehabt hatte, ist dies eine unglaubliche Marke, die beweist, welch grosse Klasse Feuz besitzt. «Es war wichtig, dass ich in der Super-Kombination viele Punkte holen konnte. Denn Kostelic ist dort der absolute Spezialist.» In jedem der vier Rennen stand Feuz auf dem Podium – kein Zufall. Dem zweimaligen Slalomdritten an Juniorenweltmeisterschaften war bewusst, wie bedeutend die Kombinationspunkte sein würden, und so streute er fast jede Woche seit Jahresbeginn ein Zickzacktraining ein. Feuz verzichtet auf Bansko 15 Wettkämpfe sind es noch bis zum Saisonende, 2 davon wird Feuz auslassen. Es sind der Slalom und der Riesenslalom vom nächsten Wochenende in Bansko (Bul). Feuz wird ab morgen in Crans-Montana Riesenslalom und Super-G trainieren. Also jene Disziplinen, die am Wochenende vom 24. bis 26.Februar dort auch als Rennen auf dem Programm stehen. Zwischen Training und Ernstkampf im Walliser Bergdorf fliegt Feuz nochmals nach Russland, um den Parallelriesenslalom in der Moskauer Innenstadt zu absolvieren. Nun zählt jeder Punkt. 70 Zähler liegt Feuz noch hinter Kostelic zurück, und er hofft, dass aus dem Dreikampf (Marcel Hirscher ist ebenfalls noch im Rennen) nicht auf unsportliche Weise ein Zweikampf wird. Als er sah, dass Kostelic sein Bein im Ziel hochlagerte, ging er gleich zu ihm hin. «Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist», sagte er. Bis gestern Nacht war noch nichts Näheres bekannt zu Kostelics Verletzung. Feuz ist ein wenig verblüfft Feuz will die Entscheidung auf der Piste herbeiführen. Alles, was er dafür machen muss, ist weiterhin so fahren wie bisher. Müde fühlt er sich jedenfalls noch nicht nach dem auch emotional intensiven Winter. «Klar spürt man die Saison konditionell ein bisschen», sagt er. «Dann muss man eben darauf achten, dass man am Nachmittag ein wenig mehr Ruhe einplant.» Der Berner scheint aber die richtige Balance gefunden zu haben: Die Abfahrt vom Samstag war nach dem Lauberhorn die zweitlängste des Winters – Feuz hat sie beide gewonnen. Trotz der Konstanz in dieser Saison ist er immer noch ein bisschen verblüfft, wenn er wieder so gut fährt. Vor allem, weil er bei seinem leichten Durchhänger in Garmisch-Partenkirchen und Chamonix wegen Krankheiten und einer Weisheitszahnoperation das Gefühl für den Ski etwas verloren hat. «Ich war deshalb selber überrascht, dass ich in Sotschi bereits im dritten Training so stark war.» Eva Breitenstein,Krasnaja PoljanaResultate Seite 20 >

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