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BDG auf Sparkurs – vorläufig ohne Schliessung

saanenlandDie Bergbahnen Destination Gstaad AG informierte auf Initiative der Gemeinden Lauenen und Gsteig über die Zukunft der Wispile. Sparmassnahmen führen – auch bei anderen Bahnen – zu angepassten Betriebszeiten im Sommer.

«An einem schönen Sommertag in der Hochsaison ist die Wispile der umsatzreichste Berg. Das ist unbestritten», sagte der Direktor der Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG), Armon Cantieni. Im Mai und Juni dieses Jahres hätten das Rellerli und die Wispile auch bessere Zahlen zu verzeichnen als im Vorjahr. «Durch den Ausbau der Skilifte und die Konzessionsbewilligung bis 2029 wird doch klar aufgezeigt, dass die BDG die Wispile nicht schliessen will», versuchte er Gerüchte um die Schliessung und Sorgen zu besänftigen. Was nach 2029 sein werde, könne man noch nicht sagen. Bei schlechtem Wetter sowie vor und nach der Sommersaison seien andere Berge aber ertragreicher, da der Betrieb der Wispile-Gondelbahn (Zweisektionenbahn) teuer sei. Anpassungen seien daher sinnvoll. Und da sich die BDG in einer finanziell schwierigen Situation befinde was die Liquidität betreffe, seien rigorose Sparmassnahmen unumgänglich. Der Präsident des Verwaltungsrats Richard Kummrow präzisierte, dass die BDG wegen Schneemangel («Es war der schneeärmste Winter seit 50 Jahren») und vorgezogener sowie geplanter Investitionen für das Jahr 2011 einen Investitionsstopp einlegen musste. Immer zwei Bahnen offen Die Sommersaison würde an Bedeutung gewinnen. Viele Bergbahnen im Berner Oberland hätten nicht überlebt. Das solle der BDG nicht passieren. Deshalb hätten die Verantwortlichen die Betriebsregime der Sommerbahnen überprüft und angepasst. 25 Mitarbeiter wurden entlassen. «Es ist klar, dass sich sofort Lokalwiderstand regt, wenn Reduktionen vorgenommen werden», so Kummrow. Es sei aber trügerisch, eine Anlage alleine anzuschauen. Es brauche eine Sicht auf die ganze Region, zum Wohle der gesamten BDG und für eine gesunde Zukunft. «Wenn Sie aber nicht akzeptieren wollen, dass wegen eines tiefen Umsatzes und wenig Frequenzen etwas getan werden muss, dann kommt die BDG nie auf einen grünen Zweig.» Die BDG halte auf jeden Fall weiter stur und beharrlich am Konzept «Konzentration» fest, hiess es. Konzentration bedeute auch Schliessung von einigen der 37 Bahnen, so Kummrow. Wann und welche Bahnen dies betreffen würde, wurde nicht kommuniziert. Bevölkerung ist skeptisch Die Anwesenden gaben sich skeptisch gegenüber den Ausführungen von Cantieni und Kummrow. Nebst allgemeinen Fragen stand wie beabsichtigt die Wispile im Zentrum. Auf der Wispile ist ein Zoo, ein Gastrobetrieb und ein offizieller Startplatz für Gleitschirmflieger zu finden, und über den Bergrücken führen schöne Wanderwege nach Gsteig, Lauenen und an den Lauenensee. Der Betrieb liegt der Bevölkerung sowohl wirtschaftlich wie emotional am Herzen. So wurden von den knapp 150 Anwesenden viele Fragen gestellt, Kritik und Anregungen geäussert. Angesprochen wurde die frühe Schliessung der Wispile-Bahn in der vergangenen Wintersaison. «Dieses Zugeständnis mache ich. Wir haben die Bahn zu früh geschlossen. Dafür entschuldigen wir uns», so Cantieni. Auch der nicht geöffnete Schlittelweg nach Gsteig – obwohl es sich laut den Einheimischen so gut schlitteln liess wie noch nie – war Thema. «Aus Sicherheitsgründen konnten wir bei der vorhandenen Schneemenge den Schlittelweg nicht öffnen», antwortete der Direktor der BDG. Von vielen Seiten wurde der Wunsch nach mehr Flexibilität und besserer Kommunikation geäussert. Geschlossene Pisten und nicht verkehrende Postautoverbindungen seien ungenügend beschildert gewesen. Flexibilität könnte die BDG derweil zeigen, wenn sie die geäusserten Anregungen mit einbeziehen würde. Auch wollten die Anwesenden von den Vertretern der BDG wissen, was sie tun, um das Angebot im Sommertourismus auszubauen. «Wir haben Ideen. Die Jugend muss wieder vermehrt angesprochen werden. Doch der grosse Wurf ist uns noch nicht gelungen», so Cantieni. Luzia Kunz >

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