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Bald nur noch drei Schulhäuser

Im Sigriswiler Schulwesen bleibt kein Stein auf dem anderen. Im Sommer wird das Schulhaus Ringoldswil geschlossen, ein Jahr darauf diejenigen in Aeschlen, Tschingel und Felden. Die sinkenden Schülerzahlen machen den Schritt nötig.

Die Gemeinde Sigriswil hat sich in den letzten Jahren stark für die dezentralen Schulstandorte in den Dörfern eingesetzt. Trotzdem mussten die Schulhäuser in Reust, Meiersmaad und Gunten geschlossen werden. Die sinkenden Schülerzahlen sowie die verschärften Auflagen des Kantons zwingen Gemeinderat und Schulkommissionen nun erneut zum rigorosen Handeln. Die Zahlen der Einwohnerkontrolle weisen eine rückläufige Tendenz in Bezug auf die Kinderzahlen auf. Auf absehbare Zeit pendelt die Anzahl Kinder pro Jahrgang um 30. Das reicht für drei Klassen mit jeweils zwei Jahrgängen. Bereits im Sommer hätten zwei bis drei Klassen geschlossen werden müssen. Dem will die Gemeinde mit einer langfristigen Schulhausplanung nun entgegenwirken. Auf nächsten Sommer hin wird das Schulhaus in Ringoldswil geschlossen. Nur ein Jahr später werden die Bildungsstätten in Aeschlen, Tschingel und Felden inklusive Kindergarten dicht gemacht. In der Gemeinde mit den elf Dörfern verbleiben dann nur noch drei Schulhäuser. Berg – Zentrum – See Die Konzentration hat zur Folge, dass die drei Regionen nur noch ein Schulhaus haben – die Ortschaften am Berg in Schwanden, jene im Zentrum der Gemeinde in Sigriswil und diejenigen am See in Merligen. In Schwanden und Merligen werden die Schüler bis und mit 6. Klasse unterrichtet. In Sigriswil, wo sich eine Gesamtschule befindet, werden zusätzlich alle Oberstufenschüler der Gemeinde im neuen Oberstufenzentrum, das auf das Schuljahr 2010/11 den Betrieb aufnimmt (wir berichteten), zur Schule gehen. «Die Strategie, uns auf drei Standorte zu beschränken, haben wir schon länger festgelegt», sagt Gemeinderatspräsident Martin Sommer (PBS). «Jetzt haben wir die Sache angepackt.» Sanften Druck hat dabei der Kanton ausgeübt. Aus Spargründen verlangt er gewisse Auflagen, um eine Klasse zu führen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Schülerzahl. «Mitentscheidend war aber auch, dass wir eine Lösung wollten, die nicht schon nächstes Jahr wieder Makulatur ist», so Sommer. Das bringe Vorteile für Kinder, Eltern und Lehrer, aber auch die Schulkommission. «Man weiss, woran man ist.» Zudem falle so der Unterhalt der vier Schulhäuser weg. Die verbleibenden Bildungsstätten sind laut Sommer «ideal für die heutigen Bedürfnisse ausgestattet». Ergänzt wird das Angebot durch Tagesschulstrukturen, damit berufstätige Eltern ihre Sprösslinge in Obhut wissen. «Bisher gab es in Sigriswil lediglich einen Mittagstisch», so Gemeinderatspräsident Sommer, der hofft, mit dem neuen Angebot Familien in die Gemeinde zu locken. Offene Frage: Transporte Wer nach der Reorganisation wo in die Schule geht, steht noch nicht fest. «Die Schulkommission wird sich zu gegebener Zeit damit befassen», sagt Sommer. Fest steht, dass die Umstrukturierungen zum Teil deutlich längere Schulwege zur Folge haben. «Es ist mir ein grosses Anliegen, dass wir eine gute Lösung finden», so der Gemeinderatspräsident. Wie diese Lösung aussieht, weiss er hingegen noch nicht. «Die Abklärungen laufen.» Möglich sei ein Transport mit einem Schulbus oder mit den regulären STI-Kursen. «Eine weitsichtige Lösung» Des Lobes voll über die Pläne der Gemeinde Sigriswil ist Schulinspektor Peter Santschi. «Es ist eine weitsichtige Lösung, welche die Schulsituation in Sigriswil langfristig beruhigen wird.» Die Konzentration auf drei Standorte mache die jährlichen Verschiebungen von Schülern überflüssig. «Das ist als sehr positiv zu werten.»Roger Probst >

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