Zum Hauptinhalt springen

Bäckerei bleibt im Dorf – der Bäcker geht

KehrsatzSchliesst sie oder bleibt sie, die Bäckerei Hostettler an der Zimmerwaldstrasse? Das Besitzerehepaar Luginbühl informiert auf einem Plakat über Ausbaupläne und einen Mieterwechsel. Für die Bäckerfamilie Hostettler heisst es aber definitiv Abschied nehmen.

Seit kurzem zieht ein Plakat an der Türe der Kehrsatzer Bäckerei Hostettler die Aufmerksamkeit der Kundschaft auf sich. Mit dem Schreiben reagiert das Besitzerehepaar Peter und Jeanne-Marie Luginbühl auf Gerüchte, die sich in Kehrsatz verbreiten. Gemunkelt wird, dass die Bäckerei schliessen werde, deshalb wollen sie Klarheit schaffen. «Es wird weiterhin frisches Brot in Kehrsatz geben», bestätigt Peter Luginbühl. «Aber es wird einen Mieterwechsel geben.» Er sei in Verhandlungen mit mehreren Interessenten, die in der Bäckerei einen Filialbetrieb betreiben möchte. Geht es nach den Plänen von Luginbühl, soll der Betrieb nahtlos weitergeführt und im Sommer 2011 durch ein Tea-room erweitert werden. Genau dieser Umstand ist der Knackpunkt zwischen den Besitzern und der Bäckerfamilie Hostettler. Die Tatsache, dass er jetzt zum Bäckereibetrieb noch ein Tearoom führen solle, komme für ihn nicht gelegen, sagt Bäcker Martin Hostettler. «Sinnlose» Zusammenarbeit Dass das frische Brot in Kehrsatz künftig nicht mehr aus seinen Händen kommt, macht Martin Hostettler traurig. Er sei enttäuscht, dass er die Bäckerei verlassen müsse. Dieser Abgang sei nicht ganz freiwillig, sagt Hostettler. Es habe Unstimmigkeiten mit den Besitzern gegeben. «Ich habe mit Luginbühls einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen», erzählt der Bäcker. Zwar habe Peter Luginbühl vor dem Vertragsabschluss davon gesprochen, aber das sei noch in weiter Ferne und kein aktuelles Thema gewesen. «Ich kann und will nicht noch zusätzlich ein Tearoom führen», sagt der Familienvater Martin Hostettler. Er habe gemerkt, dass Luginbühls andere Erwartungen hätten und dass sie das Heu nicht auf der gleichen Bühne hätten. Eine solche Zusammenarbeit und die Weiterführung des Mietvertrags mache für ihn so keinen Sinn. Pläne waren bekanntPeter Luginbühl, Immobilientreuhänder und Besitzer der Liegenschaft, hat Verständnis für Enttäuschung des Bäckers. «Ich begreife die Frustration von Martin Hostettler», sagt Luginbühl. «Aber er wusste von Anfang an, was auf ihn zukommt.» Er habe dem Mieter bereits vor Vertragsabschluss von seinen Umbauplänen erzählt, sagt Luginbühl. Ihm sei vor allem wichtig, dass die Kehrsatzer wieder einen Beck hätten. «Ein Tearoom dazu wäre eine gute Ergänzung für das Dorfleben und für die langfristige Existenz des Betriebs wichtig», findet der Besitzer. Peter Luginbühl verschweigt nicht, dass es zwischen Martin Hostettler und ihm zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Auch für Luginbühl sei eine weitere Zusammenarbeit nicht sinnvoll. Sie hätten im gegenseitigem Einverständnis den Vertrag gelöst. «Wir brauchen einen Bäcker, der mit Herz und Seele für das Geschäft da ist», sagt Luginbühl und vergleicht mit Familie Schmutz, den Vorgängern von Hostettlers. «Das waren Bäcker über zwei bis drei Generationen.» Neue Stelle in Thuner Betrieb Martin Hostettler wird im Februar 2011 eine neue Stelle in Thun antreten. Er könne wieder in einer Bäckerei arbeiten. «Aber dort bin ich nur Angestellter, nicht mehr selbstständig», bedauert er. Simone Wölfli>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch