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Aus der Burgergemeinde soll ein Verein werden

MeiringenAus finanziellen Gründen will sich die Burgergemeinde Meiringen auflösen und zum Verein werden. Nun hat der Regierungsrat dazu grünes Licht gegeben.

Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat, die Auflösung der Burgergemeinde Meiringen zu genehmigen. Diese hat beschlossen, sich zukünftig als Verein und nicht mehr als Gemeinde zu organisieren. Hans Anderegg, Sekretär der Burgergemeinde, erklärt, die Umwandlung werde wegen fehlenden Einnahmen angestrebt. Weil der Kanton das Bürgerbriefwesen übernommen hat, fehlen der Organisation die Einnahmen, die sie durch die Verwaltung dieser Schriften hatte. «Unseren relativ bescheidenen Gewinnen aus der Waldwirtschaft sowie dem Sennentum Grindel stehen relativ hohen Fixkosten gegenüber», sagt der ehemalige Gemeinderat von Meiringen. Weil es sich um eine öffentlich-rechtliche Gesellschaft handle, müsse ein Treuhänder den Rechnungsabschluss machen. Auch die zwingenden Publikationen im Amtsblatt würden Kosten auslösen, die ein Verein nicht tragen müsse. Hinzu kommt, dass die einzige öffentlich-rechtliche Aufgabe der Burgergemeinde von Meiringen nur noch der Anteil ans bernische Fürsorgewesen ist, der geleistet werden muss. Dies alles bei einem jährlichen Budget von rund 100 000 Franken. «Nicht optimal» Ursprünglich wollten die Burger aus ihrer Gemeinde eine Genossenschaft machen. Doch das ging gemäss dem Kanton aus rechtlichen Gründen nicht, weil es dazu persönliches Eigentum bräuchte und die Organisation dann privat-rechtlich wäre. «Die Gründung eines Vereins ist allerdings auch nicht optimal», gibt Hans Anderegg zu. Denn da dürfe man jederzeit ein- respektive austreten. Im Prinzip könnten dazu alle lediglich ein Gesuch stellen. Burger zu sein, ist jedoch ein Erbrecht. Dieses Recht könnten sich Interessierte zwar versuchen zu erwerben. «Aber bisher gab es diesbezüglich kein Begehren», sagt Anderegg. Wesentlich mehr Güter besitzt die Bäuertgemeinde Meiringen. Auch sie besteht aus Burgern. Sie entstand durch die Trockenlegung des Talbodens. Doch nur diejenigen Familien, die ihr Land auch bewirtschafteten, wurden darin aufgenommen und zu «Biirtlern». Der Bäuertgemeinde Meiringen gehört unter anderem das Kieswerk Funtenen, der Steinbruch Unterbach sowie stattliche Flächen Wald und Land. Tradition bewahren «Die Bäuertgemeinde ist privat-rechtlich organisiert. Somit können wir Burger uns nicht einfach ihr anschliessen», erklärt der Meiringer. Die einzige Alternative zur Gründung eines Vereins wäre demnach die Auflösung und die Übertragung des Eigentums an die Einwohnergemeinde. Anderegg: «Das wäre aber das Ende einer uralten Tradition und würde von den Burgern wohl kaum genehmigt.» Für die einzelnen Burger ändert sich durch die Umwandlung kaum etwas. Sie erhalten bereits seit 30 Jahren keinen Burgernutzen wie etwa Losholz. Präsident des Burgervereins Meiringen, der seit dem 1. Januar existiert, ist Stefan Jaun und Hans Anderegg ist Sekretär.Susanna Michel>

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