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Aufsteiger mit Bodenhaftung

Morgen (19.00 Uhr) bestreiten die Langnauer Tigers in der Wankdorfhalle gegen Waldkirch-St.Gallen den Cupfinal. Bei den Emmentalern gilt der 19-jährige Verteidiger Sandro Rindlisbacher als Entdeckung der bisherigen Saison.

So richtig wohl hatte er sich im ersten Moment nicht gefühlt – beim Shooting war er entsprechend nervös. Jetzt aber, beim Betrachten des Cupfinal-Plakats, verspürt Sandro Rindlisbacher «auf alle Fälle etwas Stolz», wie er sagt. Die Anfrage betreffend des Mitwirkens am Werbeauftritt im Vorfeld der Cupfinals vom Samstag hatte ihn überrascht, «schliesslich gehöre ich nicht zu den bekanntesten Spielern der Tigers». Noch nicht. «Er vertritt die neue, junge Tigers-Generation. Es ist sicher kein Zufall, dass Sandro auf dem Cupfinal-Plakat präsent ist», sagt Tigers-Trainer Philippe Soutter. Der rasche Aufstieg Der Zürcher hatte den Nachwuchsspieler vor dieser Saison aus der U21-Auswahl ins Fanionteam geholt. Wer vermutet hatte, Rindlisbacher würde sich mit Teileinsätzen im dritten oder gar vierten Block langsam an das Niveau der höchsten Spielklasse herantasten, sah sich getäuscht. Der 19-Jährige gehörte bei den Emmentalern von Beginn weg zu den «Top 4» in der Hierarchie der Verteidiger und erwies sich in der mehrheitlich von Tiefs geprägten Qualifikationsphase als einer der überzeugenden Akteure. «Alles war sehr schnell gegangen. Als ich einige gestandene Verteidiger quasi verdrängt hatte, teilweise auch im Powerplay, da war mir schon etwas unwohl», sagt Rindlisbacher. «Aber ich habe stets die Unterstützung des Trainers gespürt, und auch die Routiniers wie Simon Stucki haben mir geholfen. So war es einfach, Selbstvertrauen aufzubauen.» Die Leistungen des in Biglen wohnhaften Jungspunds, der als Vorbild seinen Mitspieler Simon Stucki angibt, werden bei den Tigers geschätzt: «Seine Konstanz war beeindruckend, für mich ist er die Entdeckung der Saison», lobt Philippe Soutter, und Ales Zalesny, der tschechische Freigeist, erwähnt in Bezug auf Rindlisbacher: «Der beste Schweizer Verteidiger der Qualifikation.» Die Gefahr, der 19-jährige Aufsteiger würde in Anbetracht solcher Komplimente an Bodenhaftung einbüssen, besteht indes nicht. «Ich bin eher der zurückhaltende Typ, der selten den ersten Schritt macht. Aber auch einer, der für jeden Spass zu haben ist», sagt Rindlisbacher mit unaufgeregter Stimme. Im Hinblick auf den morgigen Cupfinal gegen den Aussenseiter Waldkirch-St.Gallen erwartet Rindlisbacher «ein hartes Spiel. Wir dürfen ‹Wasa› keinesfalls unterschätzen.» Und: «Wir wollen den Titel verteidigen. Alles andere wäre eine Enttäuschung.» Keine zweite «Walze» Früher hatte der Automechaniker, dessen Lehrabschlussprüfung im Juni folgt, beim FC Biglen Fussball gespielt, doch der Weg zum Unihockeysport war für ihn quasi familiär vorgezeichnet: Sein Bruder stand bis zur letzten Spielzeit noch im Kader der Unihockey Tigers, und Vater Martin Rindlisbacher hatte 1987 gar im Schweizer Nationalteam gespielt. «Die Nationalmannschaft muss für jeden Spieler ein Ziel sein. Auch für mich», sagt Sandro Rindlisbacher. Sollte dem Verteidiger, der für den Trainingslehrgang des A-Nationalteams Ende Januar bereits auf Pikett gestanden hatte, dereinst der definitive Sprung in die Schweizer Auswahl gelingen, böte sich das Sprichwort «Wie der Vater, so der Sohn» aber nur bedingt an. «Der Übername meines Vaters lautete ‹die Walze›. Und so viele Zweiminutenstrafen habe ich ja nun wirklich noch nicht gefasst, als dass dieser Übername auch auf mich zutreffen würde.» Gegen die Bezeichnung «der Aufsteiger» dürfte Sandro Rindlisbacher hingegen kaum etwas einzuwenden haben.Reto Kirchhofer>

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