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Auf ungewohnten Pfaden

René P.Moor, der sich als freischaffender Fussgänger bezeichnet, hat sein zweites Buch mit dem Titel «Gehzeiten» veröffentlicht. Darin beschreibt er in 48 Episoden seine Wandererlebnisse und gibt unübliche Routenempfehlungen.

Wandern durch die Stadt Basel – diesen etwas unüblichen Vorschlag macht René P.Moor in seinem neu erschienenen Wanderlesebuch «Gehzeiten». «Es ist ein tolles Wandererlebnis, in einem Tag von Riehen durch die Stadt Basel bis nach Biel-Benken zu gehen», erklärt Moor. Auch vor dem Wandern in Industriebrachen oder entlang der Autobahn schreckt Moor, der sich selber als freischaffenden Fussgänger bezeichnet, nicht zurück. Nebst diesen ausgefallenen Vorschlägen stellt er in seinem Buch in 48 Episoden aber auch konventionelle Wanderungen und Schneeschuhtouren vor. Mit seiner ganz eigenen Sprache, vielen äusserst humorvoll geschriebenen Episoden und mit spannenden Angaben zur historischen Vergangenheit der jeweiligen Gegend schafft es der Autor, auch Wandermuffel anzusprechen. Zusätzlich sind seine Routen so einfach, dass man sich auch als Laie ohne Kletterausbildung und Konditionstraining daranwagen kann. Langsamkeit als Anliegen Die Entdeckung der Langsamkeit sei ihm ein wichtiges Anliegen, betont Moor, der zusammen mit seiner Familie in Burgistein im Gürbetal lebt. «In unserer schnelllebigen, hektischen Zeit gibt es für mich nichts Schöneres, als im Schritttempo unterwegs zu sein. Manchmal ist mir auch das noch zu schnell.» Darum ist Moor, der 47 Jahre alt ist und hauptberuflich in Spiez einem Bürojob nachgeht, wann immer möglich auf Schusters Rappen unterwegs. Fasziniert von Karten Schon als Jugendlichen faszinierte ihn das Lesen von Landkarten. «Damals habe ich bemerkt, wie spannend es ist, mit einer Karte in die Landschaft zu gehen, und das macht man natürlich am besten zu Fuss.» Zur Leidenschaft für Karten kam Moors Begeisterung für die Natur und die Kulturgeschichte der Schweiz hinzu. Irgendwann sei er so viel wandern gegangen, dass er das Bedürfnis bekommen habe, das Hobby etwas professioneller auszuüben.«Als Gründer und Leiter eines Trekkingunternehmens konnte ich im Nebenerwerb etwas verdienen», erinnert sich Moor. «Danach habe ich mit dem Schreiben begonnen. Da war ich weniger gebunden als im Trekkinggeschäft.» Dabei schätze er vor allem die Kombination von Unterwegssein und das Erlebte zu Hause verarbeiten zu können. Offene Augen, wacher Geist Als Allroundtalent und Autodidakt macht Moor das Layout seiner Bücher selber und gibt sie auch im Eigenverlag heraus. «So bin ich frei und habe keinen Verleger, der mir dreinredet.» Für «Gehzeiten» hat Moor 720 Kilometer zu Fuss zurückgelegt und dabei laufend neue Themen für sein Buch gefunden. «Wer mit offenen Augen und wachem Geist die Gegend zu Fuss durchstreift und auch sonst Interesse an Neuem und Fremdem zeigt, dem werden die Themen richtiggehend an den Kopf geworfen», ist Moor überzeugt. Dieses Interesse zeigt sich auch im Buch, wenn er etwa die Bedeutung von Ortsnamen oder besonderen Bräuchen erläutert und dabei beeindruckend viele Hintergrundinfos zu seinen Wanderungen liefert. Trotz der ausführlichen Recherchearbeit, die dafür nötig war, hat Moor nur anderthalb Jahre gebraucht, um die Routen für sein Buch zu begehen und die Texte zu schreiben. Auch wenn er in der ganzen Schweiz unterwegs war, bringt ihn eine Wanderung im Berner Oberland besonders ins Schwärmen. «Eine Wanderung von Stechelberg über den Obersteinberg zum Oberhornsee, von dort weiter zum Schmadribach und zurück nach Stechelberg ist ein einmalig schönes Erlebnis.» Neue Projekte Nach dem Erscheinen seines zweiten Buches geht es für René P.Moor im wahrsten Sinne des Wortes schon wieder weiter. «Ich habe bereits einen Drittel für ein neues Buch recherchiert und geschrieben, schreibe regelmässig in meinem Wanderblog und bin offen für Lesungen. Zusätzlich arbeite ich noch an einem kleinen Geheimnis», verrät Moor zum Schluss des Interviews mit dieser Zeitung und macht sich dann via Bahnhof Thun davon – auf zu neuen Wandererlebnissen. Therese KrähenbühlWeitere Informationen dazu und zu weiteren Projekten von René P.Moor gibt es unter: www.wanderwerk.ch.>

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