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Auf Kurs Richtung Playoffs

Die SCL Tigers haben sich in einem lange Zeit hart umkämpften Spiel gegen Schlusslicht Ambri-Piotta 5:2 durchgesetzt. Vier Treffer schossen die Emmentaler in Überzahl. Der Abstand auf den Strich

Die Euphorie im eishockeybegeisterten Emmental ist dieser Tage spürbar, die freitägliche 1:5-Heimniederlage gegen Zug vermochte diese nicht zu trüben. Noch einige Minuten nach dem gestrigen 5:2-Arbeitssieg gegen Schlusslicht Ambri-Piotta waren in der Ilfishalle Beifall und Jubelgesänge zu hören. Das Gros der 5544 Zuschauer (Saisonrekord) war geblieben und forderte die Langnauer Akteure mit Sprechchören auf, nochmals aufs Eis zurückzukehren. Die Spieler liessen sich nicht zweimal bitten. Mit wolligen, gelb-roten Zipfelmützen ausgerüstet, stimmten sie die La-Ola-Welle an – manch ein Fan wähnte sich wohl schon an Weihnachten. Dass sich die Tigers gegen einen bescheidenen Widersacher lange schwer taten und sich erst in der Schlussphase entscheidend absetzen konnten, ging im kollektiven Freudentaumel fast vergessen. Vor dem 4:2 Sandro Moggis bei sechs gegen fünf Feldspieler (48.) waren Ambris Duca und Pestoni am Pfosten beziehungsweise an der Latte gescheitert. «Es war das erwartet schwierige Spiel gegen ein kampfstarkes, destruktiv spielendes Team», erklärte Jörg Reber. Treffend fügte er an: «Genau solche Partien hat Langnau in den vergangenen Jahren oft verloren.» Der 36-jährige Reber war nach der Partie ein gefragter Mann. Jeweils in nummerischer Überzahl hatte er mit sehenswerten Weitschüssen die Tigers zwischenzeitlich 3:1 in Führung gebracht, es waren seine Saisontore sechs und sieben. Bereits den ersten Langnauer Treffer hatte mit Sebastian Schilt ein Verteidiger erzielt, ebenfalls im Powerplay. Differenz im Powerplay Dass die Emmentaler lange um die drei Punkte bangen mussten, hatten sie selbst zu verantworten. Nur 17 Sekunden nach Rebers 3:1 (29.) kassierten sie, desorganisiert wirkend, den Anschlusstreffer. Und vorab im resultatmässig ausgeglichenen Startdrittel (1:1) hatten die Tigers gegen schwerfällige Leventiner (welche rund 17 Stunden zuvor noch gegen Servette im Einsatz gestanden waren) mehrere gute Möglichkeiten vergeben. Sie agierten in der Offensive zuweilen zu umständlich. Reber jedoch hob die positiven Aspekte hervor. «Nach dem Trainerwechsel hat Ambri zuletzt überzeugt, eine einfache Partie hatte bei uns niemand erwartet. Für das Selbstvertrauen sind die Powerplaytore sehr wichtig. Im Training haben wir zuletzt intensiv am Überzahlspiel gearbeitet.» Pelletier sieht doppelt Nach 20 von 50 Qualifikationsrunden sind in der Tabelle Konturen ersichtlich. Mit elf Siegen und 34 Punkten belegen die SCL Tigers nach wie vor Rang 6; der Abstand auf das inkonstante und direkt unter dem Strich rangierte Lugano beträgt bereits elf Zähler. Natürlich verfolge er die Ergebnisse der direkten Konkurrenten, sagte Jörg Reber, um anzufügen: «Unsere Lage ist derzeit relativ komfortabel.» Von den Playoffs mag er allerdings nur hinter vorgehaltener Hand sprechen. «Die Saison dauert noch mehrere Monate, erreicht haben wir noch gar nichts. Zumindest den Moment sollten wir aber schon geniessen.» In den Auswärtsspielen gegen Servette (morgen) und Zug (Freitag) müssen die Tigers wohl ohne Simon Lüthi auskommen. Der fürs Nationalteam berücksichtigte Verteidiger hatte sich gegen Zug verletzt. Auch Stürmer Joël Genazzi ist angeschlagen, Aurelio Lemm dagegen dürfte nach auskurierter Grippe wieder mittun können. Derweil ist unklar, wie gravierend sich Captain Pascal Pelletier am Auge verletzt hat – im Mittelabschnitt traf ihn ein Stock im Gesicht. Ihm sei etwas schwindlig, konstatierte der Kanadier, dessen linkes Auge angeschwollen war. «Kurzzeitig sah ich alles doppelt, vielleicht habe ich deshalb das Tor nicht getroffen», sagte er schmunzelnd. Philipp RindlisbacherTelegramm Seite 16 >

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