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Auf dem Papier ist alles klar

VolleyballDie Rollenverteilung ist klar. Volley Köniz steigt heute als favorisiertes Team ins Europacupspiel gegen Madeira (19.30 Uhr, Oberstufenzentrum Köniz).

Wenn Luiz Souza heute Abend seine Spielerinnen gegen Madeira aufs Feld schickt, wird dies für den 47-Jährigen ein besonderer Moment sein. Vor seinem Engagement bei Volley Köniz trainierte der brasilianisch-portugiesische Doppelbürger die Frauen des Clube Kairòs aus seiner zweiten Heimat Portugal. Auch für den Verein aus Köniz wird das Hinspiel gegen CS Madeira zur verheissungsvollen Affiche. «Die Teilnahme am Europacup ist für uns immer attraktiv», sagt Beat Ackermann, Verwaltungsrat der Volleyball Köniz Betriebs-AG. Die Attraktivität ist aber nicht im finanziellen Bereich zu finden. «Die Kosten für ein Auswärtsspiel belaufen sich auf rund 30000 Franken. Mit den Einnahmen aus dem Heimspiel sind diese Ausgaben kaum zu finanzieren», sagt Ackermann. Die Rechnung bezüglich Teilnahme am Europacup geht für Volley Köniz dennoch auf: Weil das europäische Schaufenster einen Imagegewinn verspricht und die Spielerinnen sowie der Verein in den internationalen Fokus gelangen, ist der europäische Wettbewerb für Köniz ein Gewinn. Im europäischen Klubvolleyball spielt Portugal keine grosse Rolle. Dennoch sind Teams von der Iberischen Halbinsel für Köniz keine unbeschriebenen Blätter. In der international erfolgreichen Saison 2002/2003 setzte sich der Berner Vorstadtverein auf dem Weg ins Final-Four-Turnier in der Wankdorfhalle gegen Castelo da Maia durch. Und auch gegen Madeira hat Volley Köniz bereits gespielt: In der Saison 2004/2005 setzten sich die Bernerinnen zweimal deutlich mit 3:0 durch. Alles klar also für den nächsten Erfolg? «Nimmt man die Papierform als Massstab, dann sollten wir uns durchsetzen», sagt Ronald Triller, Sportchef von Volley Köniz. Der Deutsche würde die Portugiesinnen, im eigenen Land immerhin der Branchenprimus, im Kräftevergleich im hinteren Mittelfeld der Nationalliga A ansiedeln. So verwundert es nicht, dass Triller «seinen Frauen» ein klares 3:0 zutraut. «Vor einer Überraschung ist man allerdings nie gefeit», zieht der Sportchef seinem optimistischen Tipp jedoch wieder etwas die Zähne. Die athletischen Vorteile, das Spiel vor eigenem Publikum und die internationale Erfahrung sprechen für Köniz. Ein Nachteil allerdings ist es, dass Volley Köniz am Wochenende spielfrei war und dadurch den Spielrhythmus verloren haben könnte. Da der Verein auf der Suche nach einer Halle für ein Sonntagstraining erfolglos geblieben ist, konnte dieser Rhythmus nicht einmal simuliert werden. Die Favoritenrolle ist trotzdem vergeben. Es liegt an der internationalen Truppe aus Köniz, dafür zu sorgen, dass die Papierform nicht Makulatur wird. Peter Gerber>

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