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Auf andere Art zum Erfolg

HandballDer BSV Bern Muri hat das Achtelfinalhinspiel im Cupsieger-Cup gegen Kaustik Wolgograd mit 26:25 für sich entschieden. Die Berner fahren nicht ohne eine Chance auf ein Weiterkommen zum Rückspiel nach Russland.

Einen letzten Angriff der Russen mussten die Spieler des BSV Bern Muri noch über sich ergehen lassen. Der Ball klatschte an den Pfosten und sprang ins Spiel-feld zurück. Dann ertönte die Schlusssirene. Der BSV hatte das Spiel gegen Kaustik Wolgograd 26:25 gewonnen und sich damit einen minimalen Vorsprung in den Achtelfinals des Cupsieger-Cups erspielt. Mit zufriedenen Gesichtern verliessen die Gastgeber den Platz. Kein Rückraumschütze Dem BSV Bern Muri waren vor dem Spiel gegen den Zweiten der russischen Liga eher wenig Siegeschancen eingeräumt worden. Die Berner hatten zuletzt in der Meisterschaft gegen das unter dem Strich klassierte Stäfa verloren (22:23) und wurden durch Verletzungspech gezwungen, ihr Spiel umzustellen. Misha Kaufmann und Goran Cvetkovic (beide rekonvaleszent und im Aufbautraining) stehen schon seit längerer Zeit nicht mehr zur Verfügung, Ladislav Tarhai zog sich an der EM in Januar einen Kreuzbandriss zu und fällt für den Rest der Saison aus. Dem BSV fehlen so die Spieler, die aus dem Rückraum einfache Tore erzielen können. Erfolge müssen auf andere Art erreicht werden. Gegen Kaustik suchten die Berner immer wieder den Weg über Kreisläufer Alen Milosevic, der sich mit seiner Wucht gegen die russischen Abwehrspieler durchsetzen konnte. In der Abwehr agierten die Gastgeber kompakt und aggressiv. Kein übermächtiger Gegner Kaustik war kein übermächtiger Gegner. Die Russen präsentierten sich als körperlich starke Mannschaft, die insbesondere bei Gegenstössen auch ein hohes Tempo anschlagen kann. Sobald die Spielsituation komplexer wurde, stiess Wolgograd an seine Grenzen und beging einige technische Fehler. Der russische Handball hat in den letzten Jahren an Qualität verloren. Das Nationalteam, im Jahr 2000 noch Olympiasieger, scheiterte zuletzt an der EM in Serbien in der Vorrunde. «Wir haben clever verteidigt und so den Gegner in seinem Spiel gestört», meinte Alex Milosevic, der Trainer des BSV Bern Muri. «Zudem fehlten Kaustik heute zwei Linkshänder, die kurzfristig ausfielen.» Die Berner hätten durchaus auch deutlicher als 26:25 gewinnen können. «Es ist besser, fiel die Differenz so gering aus», sagte Milosevic. «So beginnen die Spieler nicht zu rechnen, wie hoch sie im Rückspiel verlieren dürfen.» Letzte Reise für Schwander? Kein Problem mehr bekundeten die Berner diesmal beim Verwerten der Siebenmeter. In der Partie in Stäfa hatten sämtliche sechs Strafwürfe den Weg ins gegnerische Tor nicht gefunden. Gegen Kaustik verwandelte Sepp Schwander alle sechs Siebenmeter, zu denen er antreten konnte. «Vor dem Spiel haben wir gar nicht darüber diskutiert, wer schiessen soll», sagte der 28-Jährige. «Als Captain habe ich Verantwortung übernommen.» Am kommenden Samstag (10 Uhr MEZ/14 Uhr Ortszeit) findet das Rückspiel in Wolgograd statt. Für Schwander ist es möglicherweise die letzte Europacupreise. Der Routinier beendet im Frühling seine Karriere. «Gegen eine weitere Reise im Viertelfinal hätte ich aber nichts einzuwenden», sagte Schwander. Wegen des Heimvorteils ist Kaustik immer noch Favorit. Der BSV Bern Muri hat aber am Samstag gezeigt, dass die Russen keine unüberwindbare Hürde darstellen. Reto PfisterResultate Seite 20>

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