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Amerika: Als die Schweizer vor der Armut flohen

Mit dem Stück «Amerika» war eine Produktion von Theater M.A.R.I.E. und Theater Biel-Solothurn

Der Ansatz ist bestechend: Gerhard Meister zeichnet in «Amerika» anhand einer Gruppe Schweizer Auswanderer aus dem 19.Jahrhundert das Schicksal heutiger Emigranten und sogenannter Boat People nach. Die Zuschauer begleiten drei Männer und zwei Frauen auf das seeuntüchtige Schiff, erleben, wie dort in Massen gestorben wird und wie das ausgehungerte und verwahrloste Grüppchen im «gelobten Land» Amerika ankommt. Dort hat niemand auf sie gewartet. Sie werden schikaniert und sogar umgebracht. Lose Szenenabfolge Das Stück besteht aus einer losen Folge von Szenen, die auf Plakaten angekündigt werden. Neben berührenden Szenen sucht der Autor auch den Tabu-bruch: Eine eben Verstorbene wird von den hungrigen Mitreisenden aufgegessen. Und eine reiche Amerikanerin vergreift sich an einem wehrlosen, angeschwemmten Flüchtling. Dass auch noch eine Skalpierung gezeigt wird, überlädt das Fuder. Leider gelang es dem Ensemble nicht immer, den Spannungsbogen aufrechtzuhalten. Konstant präsent und eindrücklich waren die beiden Darstellerinnen Francesca Tappa und Miriam Japp. Sie füllten ihre diversen Figuren mit Leben. Die männlichen Darsteller dagegen blieben eher blass oder waren zum Teil nur schlecht zu verstehen. Magerer Aufmarsch Der Zuschauerraum im Stadttheater Langenthal blieb halb leer, was sicher auch mit der zeitlichen Ansetzung des Stückes zusammenhing. Positiv hingegen ist, dass in Zusammenarbeit mit dem Chrämerhuus auch Gastspiele freier Theatergruppen ermöglicht werden. Das Stück ist als Koproduktion von Theater M.A.R.I.E. und Theater Biel-Solothurn entstanden. Prisca Rotzler Köhli>

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