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Am Anfang war ein radelnder Bäcker

radsportAuch 30 Jahre nach der Gründung sind

Als der Radrennfahrer Ernst Grab nach Oberhofen kam, um eine Bäckerei und Konditorei zu übernehmen, erkannte der Freiämtler, dass der Radsport an den Gestaden des Thunersees gefördert werden muss. So stellte der radelnde Bäckermeister zur Belebung der örtlichen Radsportszene zusammen mit Markus Zaugg eine Oberhofner Radmeisterschaft auf die Beine. Der Erfolg war überwältigend. Die Teilnehmerzahl stieg bald einmal auf über 100. Neu war, dass man ohne Lizenz fahren durfte. Dies störte den Schweizerischen Radfahrer-Bund (SRB) des Kantons Bern. Er liess keine wilden Rennen zu. Es sei denn, man gründet einen Unterverband und trägt Hobbyrennen aus. Sport und Geselligkeit So kam es am 13. September 1982 in Zollbrück zur Gründung des Regionalverbandes SRB Berner Oberland Emmental. Dem BOE gehörten damals 14 Sektionen an. Erster Präsident wurde der unermüdliche Radsportförderer Ernst Grab. «Mein Vater hatte ein Velogeschäft und mein Bruder Candid wurde Schweizer Meister bei den Stehern. Ich konnte als Bäckermeister hingegen nicht mehr voll auf meine Radkarriere setzen», sagt der Wahloberhofner. Herzstück des neuen Regionalverbandes war eine vielseitige Jahresmeisterschaft. Nebst den Radsportprüfungen kam auch ein Waldlauf und gar ein Skilanglauf in die Wertung. Zur Pflege der Geselligkeit gab es ein BOE-Kegeln und auch die BOE-Wanderung erfreute sich einer grossen Teilnehmerzahl. Am italienischen Nationalfeiertag organisierte der C.L.I. Colonia Libera Italiana Thun auf der oberen Panzerpiste jeweils ein Rundstreckenrennen. Die Stimmung war da so gut, dass man sich im Ziel von Mailand–San Remo wähnte. «Gümmeler» und Biker Trotz der Mahnung von Ernst Kobel, betrachtete es Peter Russenbeger, der damalige Präsident, sowie Werner Friedli und Hansueli Ramseier für besser, den aufkommenden Mountainbike-Sport ins BOE-Programm aufzunehmen. Die von Kobel befürchtete Konkurrenzierung fand, weil die Biker (u.a. auch Weltmeister Christoph Sauser) auch die BOE-Strassenrennen fahren, nie statt. Im Gegenteil, dass Swiss Cycling BOE auch im 30. Jahr so gut dasteht, ist nicht zuletzt dem Bikesport zu verdanken. So erkannte Michael Bohnenblust, der aktuelle Präsident, dass man den Nachwuchs über Bikerennen generieren muss. Mit dem Stöckli-Bike-Kids-Cup wurde nun eine Plattform gefunden, an der Kinder an den Radrennsport herangeführt werden. Zwei Enkel von Ernst Grab, wie konnte es bei einem solchen Grossvater anders sein, fahren auch mit. «Die Kinder haben bereits ein Bike. Extra für die Kinder ein Rennrad anzuschaffen, ist für die Eltern hingegen eine Zumutung», sagt Michael Bohnenblust. Der parallel ebenfalls von Ernst Grab mitgegründete Velo Club Oberhofen erfreut sich auch 30 Jahre später eines ausgefüllten Vereinslebens. «Obwohl wir mit Urs Köchli und Raffael Schär auch Elitefahrer herausgebracht haben, sind wir jetzt zu einem familiären Klub von Velofreunden geworden», sagt Präsident Christof Strahm. Der VCO führe zwar noch den BOE-Klassiker Oberhofen–Schwanden durch, «teigge» aber sonst nicht mehr viel an, so Strahm. Ein Reisser im Verein sei immer noch Hansruedi Sigrist, der um die Jahrhundertwende herum ja auch BOE-Präsident war. «Wir Gümmeler treffen uns oft, um zusammen längere Veloausfahrten zu machen», verrät der 36-Jährige. Ein neues Renndress? Gute Seele im Verein, so Strahm, sei schon seit der Gründung der unermüdliche Schaffer Kurt Blaser. Auch Markus Zaugg und Herrman Egger, welche auch lange als Sekretär und Kassier dem BOE angehörten, hätten den VCO massgebend mitgeprägt. Strahm, der wie auch Michael Bohnenblust noch immer Velorennen fährt, verriet hinter vorgehaltener Hand, dass er zum Jubiläum einen neuen Renndress herausgeben will. Doch nicht alles eitel Sonnenschein: Der Treffpunkt des gemeinsamen wöchentlichen Vereinstrainings musste wegen des starken Verkehrs von der malerischen Oberhofner Schiffländte nach Steffisburg verlegt werden. Schön aber, wer nur solche Probleme hat. Peter Russenbergerwww.swiss-cycling-boe.ch>

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