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Alte Meister, junge Talente

Lange vor der ersten Schwalbe, die noch keinen Frühling macht, weckt in Bern ein anderer Anlass Frühlingsgefühle: das Jazzfestival Bern, das vom 13.März bis 22.Mai stattfinden wird. Am Montag beginnt der Vorverkauf.

Wie feiert man die 35.Auflage des Internationalen Jazzfestivals gebührend? «Mit Remembering 1976 entschied ich mich fürs Traditionelle. Die meisten Koryphäen von damals leben zwar nicht mehr. Die Musik aber wird gespielt von jenen Spitzenmusikern, die wir als All-Star-Formation für die Eröffnung im Kursaal verpflichtet haben», freut sich der Festivalorganisator Hans Zurbrügg. Damit wird der Wunsch vieler Stammgäste nach einem Grossanlass im Kursaal erfüllt. Hier fand das Festival von 1976 bis 2002 statt. Blick in die Zukunft Auf den Rück- folgt der Ausblick. Im Sinne von Goethe, der meinte, «das Tun interessiert, das Getane nicht», gehört die zehnte Woche der Zukunft. «Bei vielen jungen Leuten stelle ich eine Intensivierung der Beziehung zum Jazz fest», so Zurbrügg. «Sie spüren die Berufung, etwa die 25-jährige Amerikanerin Esperanza Spalding.» Ähnliches gilt für die sechs Talente unter 20 des America Young All Star Jazz Ensemble. Sie wurden landesweit ausgesucht und proben nun intensiv für Bern. Auch im Zelt sorgt Nachwuchs für neue Impulse. Zurbrügg strahlt, wenn er die Reaktionen der Professoren der New School New York schildert: «Sie sind der Ansicht, das Beste, was den Studenten während der Ausbildungszeit widerfahren könne, sei ein praktischer Einsatz, wie er bei uns geboten wird. So etwas wie diese Zeltkonzerte gebe es weltweit nur einmal.» Der Reigen der Konzerte im Marians ist vielseitig. Kenny Neal, Gitarrist aus New Orleans, Trudy Lynn, R-’n’-B-Sängerin aus Houston, Allen Toussaint, wichtigster Vertreter des New-Orleans-Pianos, und Marcia Ball aus Texas spielen und singen wie immer am Anfang des Festivals das traditionelle Hohelied auf den südlichen Blues. Die Jazzstile der folgenden Wochen sind breit gefächert. Auf den Tastenlöwen McCoy Tyner folgen die traditionellen Dick Hyman All Stars mit dem Meisterklarinettisten Ken Peplowski. Erstmals am Festival sind der kubanische Toppianist Jesús «Chucho» Valdés, der Fusion-Tausendsassa George Duke und der sensible Bassvirtuose Charlie Haden. Auch Jack DeJohnette wird dieses Jahr seine Premiere in Bern feiern. Der Drummer und Pianist aus Chicago, der wegen seiner zahlreichen Aufnahmen als Begleiter von Keith Jarrett, Miles Davis und vielen anderen der meistaufgenommene Jazzmusiker aller Zeiten ist, arbeitet immer auch an eigenen Projekten. Sein Berner Auftritt verspricht Spannung, denn in seiner Gruppe spielt mit dem indoamerikanischen Saxofonisten Rudresh Mahanthappa einer der meistdiskutierten Musiker des aktuellen Jazz. Unvergesslicher Abschluss Der Topact ist zweifellos Dianne Reeves. Die Sängerin erlebte ihren Durchbruch fast zeitgleich mit der Wiederbelebung des legendären Jazzlabels Blue Note, auf dem sie seither mehr als ein Dutzend Alben herausgebracht hat. Die in vielen Musikstilen heimische Tochter einer musikalischen Familie (der am Festival auftretende George Duke ist ihr Vetter) garantiert für einen unvergesslichen Festivalabschluss im Stadttheater. Ulrich RothInternationales Jazzfestival Bern:13. März bis 22.Mai, div. Orte, Bern. Vorverkauf und Info: www.jazzfestivalbern.ch>

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